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== Nar der Sumpfspinnen-Gelehrte ==
{{Infobox Person
'''Nar''' ist ein Angehöriger des [[Spinnenvolk|Spinnenvolks]] (''Spider People'') aus dem [[Sumpfwald von Ar]], südlich der Stadt [[Ar]]. Er ist eine der seltenen nicht-menschlichen, rationalen Personen, denen [[Tarl Cabot]] auf Gor begegnet, und zugleich einer der sanftmütigsten Charaktere der gesamten Saga. Seine Geschichte wird in ''[[Tarnsman of Gor]]'' (Band 1) erzählt; in ''[[Priest-Kings of Gor]]'' (Band 3) wird er in einem Gespräch zwischen Tarl und dem [[Priesterkönig]] [[Misk]] noch einmal in Erinnerung gerufen. Diese Schriftrolle widmet sich seiner Gestalt, seinen Taten und der Bedeutung, die ihm im Gesamtgefüge Gors zukommt.
| Name            = Nar
| Bild            =
| Bildtext        =  
| Englisch        = Nar
| Geschlecht      = männlich
| Kaste            =  
| Herkunft        = [[Sumpfwald von Ar]]
| Zugehörigkeit    = [[Spinnenvolk]] (Spider People)
| Status          = lebend (Band 01), erinnert (Band 03)
| Erstauftritt    = ''Tarnsman of Gor'' (Band 01)
| Letzter Auftritt = ''Priest-Kings of Gor'' (Band 03)
}}


== Erscheinung und Natur ==
'''Nar''' ist ein Mitglied des [[Spinnenvolk]]s (Spider People), das im [[Sumpfwald von Ar]] lebt.<ref name="tarnsman">John Norman: ''Tarnsman of Gor''. Band&nbsp;01.</ref> Er tritt in ''Tarnsman of Gor'' (Band&nbsp;01) als Retter und Begleiter [[Tarl Cabot]]s auf, nachdem dieser nach dem Diebstahl des [[Home Stone von Ar]] von seinem [[Tarn]] gestürzt ist. In ''Priest-Kings of Gor'' (Band&nbsp;03) wird Nar in einem Gespräch zwischen Tarl und dem Priester-König [[Misk]] namentlich erwähnt und gilt dort als Beispiel für die sanftmütige und rationale Natur des Spinnenvolks.<ref name="priest-kings">John Norman: ''Priest-Kings of Gor''. Band&nbsp;03.</ref>
Nar ist eine riesige Spinne, groß genug, um einen erwachsenen Menschen auf dem Rücken zu tragen. Er hat acht Beine, einen von langen schwarzen Haaren bedeckten Thorax und vier Paar perlmuttfarben schimmernder Augen, die Norman mehrfach als „perlig" und wie „ausdruckslose Monde" beschreibt. Seine Mandibeln erinnern an gebogene Messer und könnten einen Menschen mühelos zerteilen, und doch sind sie in Nars Fall Werkzeuge der Sanftmut: Er umschließt damit Freunde und Gäste nur leicht, als Geste der Zuneigung, oder trägt hilflose Wesen vorsichtig über weite Strecken.


An seinen Vorderbeinen sitzen '''Sensorhaare''', mit denen er seine Umgebung, die Luftströmungen und die Gerüche des Sumpfes erfassen kann. Noch beeindruckender aber ist das '''Übersetzungsgerät''' (''translation device''), das er an seinem Hinterleib trägt. Es wandelt die für menschliche Ohren nicht wahrnehmbaren Lautimpulse der Spinne in verständliche Sprache um und umgekehrt. Dieses Gerät ähnelt denjenigen, die Tarl in [[Ko-ro-ba]] gesehen hatte, und verweist bereits in Band&nbsp;1 unausgesprochen auf die Technologie der [[Priesterkönige]], deren wahre Natur Tarl erst später begreifen wird.
== Erscheinung und Merkmale ==


Nar ist, wie er selbst sagt, ein ''rational creature'', also ein vernünftiges Wesen. Und weil die Spinnenleute aus Prinzip keinem anderen vernünftigen Wesen Schaden zufügen, trägt Nar die Tugend der Selbstbeherrschung sichtbar vor sich her: Er spricht leise, weil er es für unangemessen hält, dass rationale Kreaturen einander anschreien, und er erträgt sogar Beleidigungen, ohne die Fassung zu verlieren.
Nar ist ein Angehöriger einer riesenhaften, insektoiden Spezies, die den Sumpfwald nördlich von Ar bewohnt. Sein Körper ist von langen schwarzen Haaren bedeckt, insbesondere am Thorax.<ref name="tarnsman" /> Er besitzt acht zierlich schreitende Beine, deren sensorische Haare ihm feine taktile und olfaktorische Wahrnehmung ermöglichen, sowie kräftige, sichelförmig gebogene Mandibeln, die im Kampf wie Klingen wirken können. Seine Augen sind perlmuttartig und in vier Paaren angeordnet.<ref name="tarnsman" />


== Die Begegnung im Sumpfwald ==
Zur Kommunikation mit Menschen trägt Nar ein Übersetzungsgerät am Abdomen, das akustische Impulse unterhalb der menschlichen Hörschwelle in gesprochene Sprache umwandelt und umgekehrt.<ref name="tarnsman" /> Die resultierende Stimme wird von Tarl als „mechanische Stimme" beschrieben. Nar bevorzugt ausdrücklich eine leise Sprechweise und erklärt, es gezieme rationalen Wesen nicht, laut zu sprechen.<ref name="tarnsman" />
Tarl Cabot trifft Nar unter denkbar verzweifelten Umständen. Nach dem Diebstahl des [[Heimstein|Heimsteins]] von Ar wird er von [[Talena]], der Tochter des [[Ubar|Ubars]] [[Marlenus]], verraten und vom Rücken seines [[Tarn|Tarns]] gestoßen. Er stürzt in den Sumpfwald und bleibt in einem gewaltigen Spinnennetz hängen. Schon ergeben in seinen Tod, sieht Tarl die Spinne näherkommen, und ist überrascht, als aus dem Übersetzungsgerät eine höfliche Frage tönt: Wer er sei, und ob er aus Ar stamme.


Als Tarl antwortet, er sei aus Ko-ro-ba, befreit Nar ihn behutsam aus dem Netz, indem er ein lösendes Sekret auf die Fäden aufträgt. Er stellt sich vor: „Mein Name ist Nar, und ich gehöre zum Spinnenvolk." Und er fügt jenen Satz hinzu, der zum Leitmotiv ihrer kurzen Freundschaft wird: '''„Das Spinnenvolk tut rationalen Geschöpfen nichts zuleide."'''
== Wesen und Haltung ==


Nar hat vom Diebstahl des Heimsteins gehört; die Kunde habe sich verbreitet, getragen „von allen vernünftigen Geschöpfen, ob sie kriechen, fliegen oder schwimmen". Und weil die Männer von Ar das Spinnenvolk jagen, um aus deren Seide die '''Cur-lon-Faser''' für die Mühlen von Ar zu gewinnen, freut sich Nar heimlich über Tarls Tat. Würden die Menschen aus Ar keine rationalen Geschöpfe sein, so erklärt er nüchtern, würde das Spinnenvolk sie längst bekämpfen.
Nar gilt als Musterbeispiel für die Gesinnung des Spinnenvolks. Seine Rasse betrachtet es als oberstes Gebot, keinem rationalen Wesen Schaden zuzufügen, auch nicht zur Selbstverteidigung.<ref name="tarnsman" /> Tarl Cabot bezeichnet ihn später in einem Gespräch mit Misk als ein Wesen, das lieber gestorben wäre, als ein rationales Geschöpf zu verletzen.<ref name="priest-kings" /> Misk bestätigt die Sanftmut des Spinnenvolks, merkt jedoch an, dass dessen Weibchen zur Paarungszeit eine Ausnahme bildeten, und bezeichnet die Spider People als „weich", weil sie keine Priester-Könige seien.<ref name="priest-kings" />


== Die Rettung Talenas ==
Gegenüber Tarl verhält sich Nar ausgesprochen höflich und zuvorkommend. Er tituliert ihn als „Bruder" und beansprucht im Gegenzug von Tarl denselben Titel, ein Zeichen gegenseitiger Achtung zwischen unterschiedlichen rationalen Arten.<ref name="tarnsman" />
Nar bietet an, Tarl bis zum Rand des Sumpfes zu tragen. Unterwegs nimmt er mit seinen Vorderbeinen die Gerüche der Luft auf und erkennt einen fleischfressenden [[Tharlarion]] in der Nähe. Er flüchtet blitzschnell einen Sumpfbaum hinauf, gerade rechtzeitig, um Zeuge zu werden, wie die Tochter des Ubars in die Fänge des Raubtiers gerät. Tarl, der zunächst zögert, eilt ihr schließlich zu Hilfe und tötet den Tharlarion in einem verzweifelten Kampf.


Während Tarl erschöpft am Baumstamm lehnt, ist es Nar, der die geflohene [[Talena]] wiederfindet und sie, gegen ihren zornigen Widerstand, sanft in seinen Mandibeln zurückträgt. Er setzt sie vor Tarl ab und fragt mit jener feinen, leisen Ironie, die ihn auszeichnet, ob es nicht seltsam sei, dass ein vernünftiges Geschöpf vergesse, seinem Retter zu danken, und ob sie nicht recht laut spreche für eine Vernünftige.
== Rolle in ''Tarnsman of Gor'' ==


Als Talena sich weigert, über den Verbleib des Heimsteins Auskunft zu geben, umschließt Nar ihren Hals mit seinen Mandibeln wie mit einer Schere. Er tut es ohne Zorn, mit vollendeter Höflichkeit, und fragt lediglich: „Wünschst du ihren Kopf?" Erst als Talena unter Tränen gesteht, dass der Tarn mit dem Heimstein in die Wildnis entflohen ist, lässt er sie los. Nar, der einer ganzen Auslöschung seines Volkes den Vorzug gäbe, ehe er einem rationalen Wesen schaden würde, hätte die Drohung niemals wahrgemacht; doch Talena wusste dies nicht, und der schreckhafte Moment brachte die Wahrheit ans Licht.
=== Begegnung im Netz ===


== Die Brüderlichkeit mit Tarl ==
Nach dem erfolgreichen Diebstahl des Home Stone von Ar wird Tarl Cabot von der vermeintlichen [[Talena|Tochter des Ubar]] betrogen, von seinem Tarn gestürzt und fällt in den Sumpfwald. Er wird vom Netz eines Spinnenwesens aufgefangen, das seinen Fall dämpft und ihn am Leben erhält.<ref name="tarnsman" /> Der Besitzer dieses Netzes ist Nar. Er löst die klebrigen Netzfäden mit einem Sekret seiner Mandibeln, setzt Tarl am Boden ab und stellt sich mit Hilfe seines Übersetzungsgeräts vor.<ref name="tarnsman" />
Die eigentliche Ehre, die Nar Tarl erweist, liegt nicht in der Rettung, sondern in der Anrede. Als Tarl sich beim Aufbruch an die Spinne wendet mit den Worten: „Nun, Bruder, sollen wir unsere Reise fortsetzen?", antwortet Nar ohne Zögern: '''„In der Tat, Bruder."''' Tarl empfindet dies später als Auszeichnung: Lieber möchte er der Bruder dieses sanften, vernünftigen Ungeheuers sein als der so vieler Barbaren, denen er auf Gor begegnet ist. Nar hält ihn, bei allem Respekt, für einen, der den Maßstäben des Spinnenvolks eigentlich nicht genügt, und erhebt ihn dennoch in den Rang eines Verwandten.


Am Rand des Sumpfes verabschieden sich die beiden mit dem gebräuchlichen goreanischen Gruß „Ich wünsche dir wohl" (''I wish you well''). Nar legt Tarl seine Vorderbeine auf die Schultern, eine Geste, die menschlicher Umarmung kaum nachsteht, und spricht die bemerkenswerten Worte, er werde Tarls Namen nicht erfragen noch den Namen seiner Stadt vor der „Unterworfenen" wiederholen, doch Tarl und seine Stadt seien fortan vom Spinnenvolk geehrt. Dann folgt die letzte, warnende Botschaft: '''„Hüte dich vor der Tochter des Ubars."''' Eine Warnung, die Tarl in seiner jugendlichen Verliebtheit in den Wind schlägt, und die sich über die folgenden Bände hinweg als prophetisch erweisen wird.
=== Haltung gegenüber Ar ===


== Nar und die Priesterkönige ==
Im weiteren Gespräch offenbart Nar, dass die Männer von Ar das Spinnenvolk jagen und nur so viele seiner Art am Leben lassen, wie zur Produktion der [[Cur-lon-Faser]] benötigt werden, die in den Webereien der Stadt verarbeitet wird. Nur weil die Menschen als rationale Wesen gelten, erwidert das Spinnenvolk diese Übergriffe nicht mit Gewalt.<ref name="tarnsman" /> Aus dieser Einstellung heraus freut sich Nar, dass ausgerechnet Tarl den Home Stone von Ar entwendet hat.<ref name="tarnsman" />
In ''Priest-Kings of Gor'' kommt Nar nur in einem einzigen Gespräch vor, aber in einem höchst aufschlussreichen. Im Nest der Priesterkönige erörtert Misk mit Tarl die ''Voyages of Acquisition'', durch die die Priesterkönige Arten von der Erde auf die [[Gegenerde]] gebracht haben. Tarl erwähnt, er habe im Sumpf von Ar einst eine Spinne getroffen. Misk bestätigt: Das Spinnenvolk sei ein sanftes Geschlecht, abgesehen vom Weibchen zur Paarungszeit.


Tarl aber gibt die Ehre seinem Freund persönlich zurück: „Sein Name war Nar, und er wäre lieber gestorben, als ein vernünftiges Geschöpf zu verletzen." Misks nüchterne Antwort, „Das Spinnenvolk ist weich. Sie sind keine Priesterkönige", offenbart den Unterschied zwischen zwei Ethiken: Die Priesterkönige dulden keine Konkurrenz, regieren durch Gesetz und Todesstrafe und greifen zum ''Flame Death''. Das Spinnenvolk hingegen hat seine Moral zur Waffenlosigkeit gemacht. Nars Prinzipien sind, mit Misks Worten, Schwäche. Mit Tarls Worten: Sie sind Größe.
=== Hilfe für Tarl und Talena ===


Diese kurze Passage ist bedeutend, denn sie ordnet Nar nachträglich in die Kosmologie Gors ein. Er ist kein einfaches Fabelwesen des Sumpfes, sondern Teil einer von den Priesterkönigen auf die Gegenerde verbrachten Spezies, und er verkörpert eine Ethik, die selbst die überlegenen Priesterkönige in Erstaunen oder Geringschätzung versetzt.
Nar bietet Tarl an, ihn auf seinem Rücken bis an den Rand des Sumpfes zu tragen.<ref name="tarnsman" /> Unterwegs nimmt er einen wilden [[Tharlarion|Tharlarion]] wahr und flüchtet mit Tarl auf einen Sumpfbaum. Als das Raubtier Talena, die Tochter des Ubar [[Marlenus]], mit seiner Zunge ergreift, springt Tarl vom Rücken Nars, tötet das Tharlarion und rettet die Frau.<ref name="tarnsman" /> Nachdem Talena zunächst flieht, spürt Nar sie im Sumpf auf und bringt sie in seinen Mandibeln zurück zu Tarl. Er hält ihr dabei ironisch vor, dass sie vergessen habe, sich für die Rettung ihres Lebens zu bedanken.<ref name="tarnsman" />


== Charakter und Bedeutung ==
Als Talena sich trotz Nars Präsenz weigert, über den Verbleib des Home Stone und des Tarns Auskunft zu geben, greift Nar ungewöhnlich hart durch und legt seine Mandibeln um ihren Hals. Erst unter diesem Druck berichtet sie, dass Tarls Tarn in den Wildzustand zurückgekehrt sei und der Home Stone sich noch im Sattelsack befinde.<ref name="tarnsman" />
Nar ist eine der bemerkenswertesten Nebenfiguren der frühen Gor-Bände. Seine Gestalt vereint scheinbare Gegensätze: Er ist ein furchterregendes Ungeheuer von außen und ein Gelehrter von innen. Er hat die Macht zu töten, aber den Willen, zu dienen. Er spricht leise in einer Welt, die das laute Wort feiert, und er nennt einen Fremden ohne Zögern „Bruder", während die Hochgeborenen Ars seine Art zu Fasern verarbeiten.


In einer Saga, die oft vom Recht des Stärkeren, vom Ehrenkodex der Krieger und von der harten Ordnung der Kasten handelt, ist Nar eine stille Gegenstimme. Er fragt nicht nach Kaste, nach Stadt, nach Geschlecht, sondern nur nach der Vernunft. Und er entscheidet nach einem einzigen Grundsatz: Vernünftiges nicht zu verletzen. Damit stellt er den menschlichen Gorianern, die sich gern ihrer Zivilisation rühmen, einen Spiegel vor: Ein achtbeiniges Ungeheuer aus dem Sumpf lebt das Ideal der Vernunft konsequenter als sie.
=== Abschied ===


Es ist kein Zufall, dass Norman Nar ausgerechnet dann in die Geschichte einführt, als Tarl in tiefster Niederlage liegt, betrogen, entwaffnet, seiner Mission beraubt. Die Sanftmut des Spinnenvolks zeigt dem jungen Krieger, dass die Welt Gors mehr enthält als das Schwert, und dass Ehre nicht auf Kaste oder Gestalt beschränkt ist. Diese Lektion wird Tarl nie vergessen.
Nar trägt Tarl und Talena etwa eine Stunde durch den Sumpf, bis die [[Sa-Tarna]]-Felder Ars in Sichtweite geraten. Weiter wagt er sich nicht, da die offenen Felder für das Spinnenvolk gefährlich sind.<ref name="tarnsman" /> Zum Abschied legt er seine Vorderbeine auf Tarls Schultern, ehrt ihn und seine Stadt, verzichtet jedoch darauf, den Namen von Tarls Stadt vor der „Unterworfenen" (Talena) auszusprechen. Seine letzten Worte an Tarl sind eine Warnung vor der Tochter des Ubar sowie die goreanische Grußformel „Ich wünsche dir wohl".<ref name="tarnsman" />


== Zusammenfassung ==
== Erwähnung in ''Priest-Kings of Gor'' ==
Nar tritt nur in zwei Bänden auf und hat nur wenige Seiten Präsenz, doch sein Einfluss auf Tarls inneren Weg ist beträchtlich. Er ist der erste nicht-menschliche Verbündete Tarls, er rettet ihm und Talena das Leben, er warnt vor der Treulosigkeit der Ubar-Tochter, und er hinterlässt jenen unscheinbaren Abschiedssatz „Hüte dich vor der Tochter des Ubars", der die gesamte weitere Tragödie zwischen Tarl und Talena vorwegnimmt. In ''Priest-Kings of Gor'' wird er zum Symbol einer Ethik, die selbst die Herrscher der Gegenerde nicht teilen, und zum ehrenden Andenken Tarls an einen Bruder, der kein Mensch war.


Wer die Welt Gors verstehen will, sollte Nar kennen. Er ist der Beweis, dass Vernunft auf diesem Planeten nicht an die Gestalt gebunden ist, und dass Sanftmut mitten im Sumpf, zwischen Tharlarionen und Cur-lon-Jägern, weiterlebt.
In ''Priest-Kings of Gor'' (Band&nbsp;03) erinnert sich Tarl Cabot im Gespräch mit dem Priester-König Misk an „eine Spinne in den Sumpfwäldern von Ar" und nennt dabei Nars Namen ausdrücklich.<ref name="priest-kings" /> Misk bezeichnet die Spider People als sanfte Rasse und bestätigt damit indirekt Nars Charakter. Gleichzeitig nutzt er die Erwähnung, um die eigene Haltung der Priester-Könige von der der Spinnenwesen abzugrenzen.<ref name="priest-kings" />


Siehe auch [[Spinnenvolk]], [[Sumpfwald von Ar]], [[Cur-lon-Faser]], [[Tarl Cabot]], [[Talena]], [[Priesterkönige]] sowie [[Tarnsman of Gor|Band 01 – Tarnsman of Gor]] und [[Priest-Kings of Gor|Band 03 – Priest-Kings of Gor]].
== Bedeutung ==
[[Kategorie:Band_1]]
 
[[Kategorie:Person]]
Nar ist innerhalb der Romanreihe der erste nichtmenschliche, rationale Gesprächspartner, dem Tarl Cabot begegnet, und bereitet damit die spätere Begegnung mit den Priester-Königen thematisch vor. Seine Figur verdeutlicht, dass [[Gor]] mehrere intelligente Spezies beheimatet, die einander als rationale Wesen anerkennen. Zugleich dient Nar als moralischer Kontrastpunkt zu den Menschen von Ar, die seine Art wirtschaftlich ausbeuten, sowie zur arroganten Haltung der Tochter des Ubar gegenüber nichtmenschlichen Intelligenzen.<ref name="tarnsman" />
[[Kategorie:Spinnenvolk]]
 
== Siehe auch ==
 
* [[Spinnenvolk]]
* [[Sumpfwald von Ar]]
* [[Tarl Cabot]]
* [[Talena]]
* [[Cur-lon-Faser]]
 
== Einzelnachweise ==
 
<references />
 
[[Kategorie:Personen]]
[[Kategorie:Nichtmenschliche Wesen]]
[[Kategorie:Band 01]]
[[Kategorie:Band 03]]

Aktuelle Version vom 26. April 2026, 10:15 Uhr

Nar
Person
EnglischNar
Geschlechtmännlich
HerkunftSumpfwald von Ar
ZugehörigkeitSpinnenvolk (Spider People)
Statuslebend (Band 01), erinnert (Band 03)
Meta
ErstauftrittTarnsman of Gor (Band 01)
Letzter AuftrittPriest-Kings of Gor (Band 03)

Nar ist ein Mitglied des Spinnenvolks (Spider People), das im Sumpfwald von Ar lebt.[1] Er tritt in Tarnsman of Gor (Band 01) als Retter und Begleiter Tarl Cabots auf, nachdem dieser nach dem Diebstahl des Home Stone von Ar von seinem Tarn gestürzt ist. In Priest-Kings of Gor (Band 03) wird Nar in einem Gespräch zwischen Tarl und dem Priester-König Misk namentlich erwähnt und gilt dort als Beispiel für die sanftmütige und rationale Natur des Spinnenvolks.[2]

Erscheinung und Merkmale

Nar ist ein Angehöriger einer riesenhaften, insektoiden Spezies, die den Sumpfwald nördlich von Ar bewohnt. Sein Körper ist von langen schwarzen Haaren bedeckt, insbesondere am Thorax.[1] Er besitzt acht zierlich schreitende Beine, deren sensorische Haare ihm feine taktile und olfaktorische Wahrnehmung ermöglichen, sowie kräftige, sichelförmig gebogene Mandibeln, die im Kampf wie Klingen wirken können. Seine Augen sind perlmuttartig und in vier Paaren angeordnet.[1]

Zur Kommunikation mit Menschen trägt Nar ein Übersetzungsgerät am Abdomen, das akustische Impulse unterhalb der menschlichen Hörschwelle in gesprochene Sprache umwandelt und umgekehrt.[1] Die resultierende Stimme wird von Tarl als „mechanische Stimme" beschrieben. Nar bevorzugt ausdrücklich eine leise Sprechweise und erklärt, es gezieme rationalen Wesen nicht, laut zu sprechen.[1]

Wesen und Haltung

Nar gilt als Musterbeispiel für die Gesinnung des Spinnenvolks. Seine Rasse betrachtet es als oberstes Gebot, keinem rationalen Wesen Schaden zuzufügen, auch nicht zur Selbstverteidigung.[1] Tarl Cabot bezeichnet ihn später in einem Gespräch mit Misk als ein Wesen, das lieber gestorben wäre, als ein rationales Geschöpf zu verletzen.[2] Misk bestätigt die Sanftmut des Spinnenvolks, merkt jedoch an, dass dessen Weibchen zur Paarungszeit eine Ausnahme bildeten, und bezeichnet die Spider People als „weich", weil sie keine Priester-Könige seien.[2]

Gegenüber Tarl verhält sich Nar ausgesprochen höflich und zuvorkommend. Er tituliert ihn als „Bruder" und beansprucht im Gegenzug von Tarl denselben Titel, ein Zeichen gegenseitiger Achtung zwischen unterschiedlichen rationalen Arten.[1]

Rolle in Tarnsman of Gor

Begegnung im Netz

Nach dem erfolgreichen Diebstahl des Home Stone von Ar wird Tarl Cabot von der vermeintlichen Tochter des Ubar betrogen, von seinem Tarn gestürzt und fällt in den Sumpfwald. Er wird vom Netz eines Spinnenwesens aufgefangen, das seinen Fall dämpft und ihn am Leben erhält.[1] Der Besitzer dieses Netzes ist Nar. Er löst die klebrigen Netzfäden mit einem Sekret seiner Mandibeln, setzt Tarl am Boden ab und stellt sich mit Hilfe seines Übersetzungsgeräts vor.[1]

Haltung gegenüber Ar

Im weiteren Gespräch offenbart Nar, dass die Männer von Ar das Spinnenvolk jagen und nur so viele seiner Art am Leben lassen, wie zur Produktion der Cur-lon-Faser benötigt werden, die in den Webereien der Stadt verarbeitet wird. Nur weil die Menschen als rationale Wesen gelten, erwidert das Spinnenvolk diese Übergriffe nicht mit Gewalt.[1] Aus dieser Einstellung heraus freut sich Nar, dass ausgerechnet Tarl den Home Stone von Ar entwendet hat.[1]

Hilfe für Tarl und Talena

Nar bietet Tarl an, ihn auf seinem Rücken bis an den Rand des Sumpfes zu tragen.[1] Unterwegs nimmt er einen wilden Tharlarion wahr und flüchtet mit Tarl auf einen Sumpfbaum. Als das Raubtier Talena, die Tochter des Ubar Marlenus, mit seiner Zunge ergreift, springt Tarl vom Rücken Nars, tötet das Tharlarion und rettet die Frau.[1] Nachdem Talena zunächst flieht, spürt Nar sie im Sumpf auf und bringt sie in seinen Mandibeln zurück zu Tarl. Er hält ihr dabei ironisch vor, dass sie vergessen habe, sich für die Rettung ihres Lebens zu bedanken.[1]

Als Talena sich trotz Nars Präsenz weigert, über den Verbleib des Home Stone und des Tarns Auskunft zu geben, greift Nar ungewöhnlich hart durch und legt seine Mandibeln um ihren Hals. Erst unter diesem Druck berichtet sie, dass Tarls Tarn in den Wildzustand zurückgekehrt sei und der Home Stone sich noch im Sattelsack befinde.[1]

Abschied

Nar trägt Tarl und Talena etwa eine Stunde durch den Sumpf, bis die Sa-Tarna-Felder Ars in Sichtweite geraten. Weiter wagt er sich nicht, da die offenen Felder für das Spinnenvolk gefährlich sind.[1] Zum Abschied legt er seine Vorderbeine auf Tarls Schultern, ehrt ihn und seine Stadt, verzichtet jedoch darauf, den Namen von Tarls Stadt vor der „Unterworfenen" (Talena) auszusprechen. Seine letzten Worte an Tarl sind eine Warnung vor der Tochter des Ubar sowie die goreanische Grußformel „Ich wünsche dir wohl".[1]

Erwähnung in Priest-Kings of Gor

In Priest-Kings of Gor (Band 03) erinnert sich Tarl Cabot im Gespräch mit dem Priester-König Misk an „eine Spinne in den Sumpfwäldern von Ar" und nennt dabei Nars Namen ausdrücklich.[2] Misk bezeichnet die Spider People als sanfte Rasse und bestätigt damit indirekt Nars Charakter. Gleichzeitig nutzt er die Erwähnung, um die eigene Haltung der Priester-Könige von der der Spinnenwesen abzugrenzen.[2]

Bedeutung

Nar ist innerhalb der Romanreihe der erste nichtmenschliche, rationale Gesprächspartner, dem Tarl Cabot begegnet, und bereitet damit die spätere Begegnung mit den Priester-Königen thematisch vor. Seine Figur verdeutlicht, dass Gor mehrere intelligente Spezies beheimatet, die einander als rationale Wesen anerkennen. Zugleich dient Nar als moralischer Kontrastpunkt zu den Menschen von Ar, die seine Art wirtschaftlich ausbeuten, sowie zur arroganten Haltung der Tochter des Ubar gegenüber nichtmenschlichen Intelligenzen.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 John Norman: Tarnsman of Gor. Band 01.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 John Norman: Priest-Kings of Gor. Band 03.