Die Seite wurde neu angelegt: „== Gesetze und Rechtsgrundsätze – Schriftrolle Nr. 02 == ''„Ich habe auch über die Natur der Gesetzmäßigkeiten nachgedacht. Wenn man naiv ist, neigt man dazu, die Gesetzmäßigkeiten, mit denen man am meisten vertraut ist, für die einzig möglichen zu halten. Diese Ansicht ist natürlich völlig falsch. Damit soll nicht geleugnet werden, dass alle Zivilisationen und Kulturen ihre eigenen Bräuche und Gesetzmäßigkeiten haben. Es soll nur d…“
 
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== Gesetze und Rechtsgrundsätze – Schriftrolle Nr. 02 ==
== Gesetze und Rechtsprinzipien - Schriftrolle Nr. 02 ==


''„Ich habe auch über die Natur der Gesetzmäßigkeiten nachgedacht. Wenn man naiv ist, neigt man dazu, die Gesetzmäßigkeiten, mit denen man am meisten vertraut ist, für die einzig möglichen zu halten. Diese Ansicht ist natürlich völlig falsch. Damit soll nicht geleugnet werden, dass alle Zivilisationen und Kulturen ihre eigenen Bräuche und Gesetzmäßigkeiten haben. Es soll nur darauf hingewiesen werden, dass diese nicht unbedingt gleich sein müssen."'' – ''Witness of Gor'', S. 9
Diese Schriftrolle behandelt das goreanische Rechtssystem – von der Struktur der Gerichte über die verschiedenen Arten von Magistraten bis hin zu den einzelnen Gesetzen, die das Leben auf [[Gor]] regeln. Die hier dargestellten Gesetze, Rechtsgrundsätze und Riten gelten in verschiedenen goreanischen Städten, wobei nicht alle in jeder Stadt gleichermaßen Anwendung finden. Da Unwissenheit über ein Gesetz auf Gor in der Regel keine gültige Verteidigung darstellt, war es für jeden Goreaner unerlässlich, sich mit den Gesetzen jeder Stadt vertraut zu machen, die er besuchte.
 
:''„Zudem überlegte ich mir die Natur von Gesetzmäßigkeiten. Man neigt, wenn man naiv ist, dazu, jene Gesetzmäßigkeiten, mit denen man am vertrautesten ist, für die einzig möglichen zu halten. Diese Ansicht ist natürlich ganz und gar falsch. [...] Wie ich dort in der Dunkelheit lag, in meinen Ketten, und die Tatsächlichkeit und Einfachheit meiner Lage bedachte, [...] vermutete ich, dass meine gegenwärtige Situation keineswegs im Widerspruch zu Gesetzmäßigkeiten stand. Ich vermutete vielmehr, dass sie in voller und bewusster Übereinstimmung mit ihnen war."'' – ''Witness of Gor'', S. 9


== Rechtssysteme ==
== Rechtssysteme ==


In den Städten von [[Gor]] gibt es zwei primäre Rechtssysteme: das der '''Zivilregierung''' und das der Eingeweihtenkaste. Die Zuständigkeitsbereiche dieser beiden unterschiedlichen Systeme sind manchmal unklar, obwohl die Eingeweihten in allen Angelegenheiten die höchste Autorität beanspruchen. Die tatsächliche Beteiligung der Eingeweihten in jeder Stadt hängt jedoch von der Macht der Kaste in der jeweiligen Stadt ab. In einigen Gebieten haben sie offensichtlich einen stärkeren Einfluss als in anderen. In den meisten Fällen werden sie auf jeden Fall die Zuständigkeit für alle religiösen Angelegenheiten beanspruchen. Kleinere zivile Angelegenheiten, die ihrer Meinung nach nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen, werden von ihnen oft ignoriert. Die Stärke der zivilen Regierung und ihre Sorge um bestimmte Angelegenheiten wirken sich ebenfalls auf die Zuständigkeit aus.
In den Städten von Gor existieren zwei grundlegende Rechtssysteme: das der '''zivilen Regierung''' und das der '''Wissenden-Kaste'''. Die Zuständigkeitsbereiche dieser beiden Systeme sind mitunter unklar, obwohl die Wissenden in allen Angelegenheiten die oberste Autorität beanspruchen. Das tatsächliche Ausmaß der Beteiligung der Wissenden variiert jedoch von Stadt zu Stadt und hängt von der Macht der Kaste in der jeweiligen Stadt ab. Im Allgemeinen beanspruchen sie die Zuständigkeit in religiösen Angelegenheiten. Geringfügige zivile Belange werden von ihnen häufig ignoriert. Auch die Stärke der zivilen Regierung und deren Befassung mit bestimmten Angelegenheiten beeinflusst die Zuständigkeitsfragen.
 
Beide Gerichtssysteme verfügen über eigene Gebäude für ihre Rechtsangelegenheiten. Viele der Rechtsämter der zivilen Regierung befinden sich im weitläufigen '''Zentralzylinder''', der üblicherweise der Regierungssitz ist. Daneben kann es einen '''Zylinder der Gerechtigkeit''' geben, in dem Verhandlungen und Bestrafungen stattfinden. Auf manchen dieser Zylinder – etwa in der Stadt [[Ar]] – befindet sich eine große Pfählungsspitze, die tatsächlich für Pfählungen verwendet wird. Zudem kann eine Stadt über einen '''Zylinder der Dokumente''' verfügen, in dem rechtliche und offizielle Dokumente sicher aufbewahrt werden. Die Wissenden haben ihre Rechtsämter in der Regel in ihren Tempeln.
 
== Herrscher und Gesetzgebung ==


Jedes dieser beiden Gerichtssysteme verfügt über eigene Gebäude, in denen es seine Rechtsangelegenheiten bearbeitet. Für die Zivilregierung befinden sich viele ihrer juristischen Büros im großen '''Zentralzylinder''', der üblicherweise der Sitz der Regierung ist. Es kann auch einen '''Justizzylinder''' geben, in dem Prozesse und Bestrafungen durchgeführt werden. Auf einigen dieser Zylinder, wie zum Beispiel in der Stadt [[Ar]], befindet sich ein großer Pfahl. Es handelt sich dabei um einen funktionstüchtigen Pfahl, der für Pfählungen verwendet wird. Eine Stadt kann auch einen '''Dokumentenzylinder''' haben, in dem rechtliche und offizielle Dokumente sicher aufbewahrt werden. Die Eingeweihten haben wahrscheinlich die meisten ihrer Kanzleien in ihren Tempeln.
Innerhalb einer Stadt bestimmt die Art des Herrschers, wer der oberste Gesetzgeber ist. Die diktatorischen Formen wie ein [[Ubar]], eine [[Ubara]] oder eine [[Tatrix]] besitzen die Macht, jedes Gesetz durch einfachen Erlass zu ändern. Ein [[Administrator]] hingegen verfügt nicht über solch absolute Macht – er muss eng mit dem [[Hoher Rat|Hohen Rat]] der Stadt zusammenarbeiten, um Gesetze zu verabschieden.


=== Herrscher und Gesetzgebung ===
Trotz ihrer Machtfülle sind Ubar, Ubara und Tatrix aber ihren eigenen Gesetzen unterworfen. Verletzen sie ein Gesetz, können sie es nicht rückwirkend ändern, um die Verletzung zu vermeiden. [[Talena]], Ubara von Ar in ''Magicians of Gor'', versuchte genau das, als sie gegen das Beischlafgesetz von Ar verstieß – doch selbst als Ubara konnte sie das Gesetz nicht rückwirkend ändern.


Innerhalb einer Stadt bestimmt die Art des Herrschers, wer der oberste Gesetzgeber ist. Die diktatorischen Formen, wie [[Ubar]], [[Ubara]] und [[Tatrix]], haben die Macht, jedes Gesetz durch ein einfaches Dekret zu ändern. Ein [[Verwalter]] hat jedoch nicht diese absolute Macht. Stattdessen muss er eng mit dem Hohen Rat der Stadt zusammenarbeiten, um Gesetze zu verabschieden. Trotz ihrer Macht sind die Ubar, Ubara und Tatrix immer noch an ihre eigenen Gesetze gebunden. Wenn sie gegen ein Gesetz verstoßen, können sie es nicht rückwirkend ändern, um den Verstoß zu vermeiden. [[Talena]], die Ubara von Ar in ''Magicians of Gor'', hat genau das versucht, als sie gegen das Couching-Gesetz von Ar verstoßen hat. Aber auch als Ubara konnte sie das Gesetz nicht rückwirkend ändern.
== Magistrate ==


=== Magistrate ===
In einer Stadt trifft man am häufigsten auf die Rechtsbeamten der zivilen Regierung. Diese werden allgemein als '''Magistrate''' bezeichnet, und es gibt verschiedene Arten von ihnen. Da Rechtsangelegenheiten offenbar in den Zuständigkeitsbereich der [[Kaste der Schreiber|Schreiber-Kaste]] fallen, gehören die meisten Magistrate dieser Kaste an. So sind beispielsweise Rechtsanwälte eine Unterkaste der Schreiber. Magistrate tragen häufig besondere Roben und ''Fillets'' (Bänder), um ihr Amt zu kennzeichnen. Sie können auch einen Amtsstab tragen, wobei einige dieser Stäbe verborgene Klingen enthalten. Magistrate können als Amtszeugen fungieren, die die Rechtmäßigkeit bestimmter Angelegenheiten bestätigen, und sie können in gewissen Rechtsfragen auch ohne förmliche Verhandlung entscheiden.


In einer Stadt wirst du höchstwahrscheinlich auf die Justizbeamten der Zivilregierung treffen, unabhängig davon, welche Art von Herrscher die Kontrolle hat. Diese Justizbeamten werden gemeinhin als '''Magistrate''' bezeichnet, und es gibt eine Vielzahl verschiedener Arten von Magistraten. Da Rechtsangelegenheiten offensichtlich in den Zuständigkeitsbereich der [[Kaste der Schreiber|Schreiberkaste]] fallen, gehören die meisten Magistrate wahrscheinlich der Schreiberkaste an. Anwälte sind zum Beispiel eine Unterkaste der Schreiberkaste. Magistrate tragen oft besondere Gewänder und Bänder, um ihr Amt zu kennzeichnen. Sie können auch einen Stab ihres Amtes tragen, und einige dieser Stäbe können verdeckte Klingen tragen. Magistrate können von Amts wegen als Zeugen auftreten und die Rechtmäßigkeit bestimmter Angelegenheiten bescheinigen. Sie können auch in bestimmten Rechtsangelegenheiten entscheiden, ohne dass eine Verhandlung erforderlich ist.
=== Arten von Magistraten ===


Zu den verschiedenen Arten von Magistraten, die es auf Gor gibt, gehören '''Ädilen''', '''Archonten''', '''Prätoren''', '''Präfekten''' und '''Quästoren'''. Diese Bezeichnungen leiten sich von altgriechischen und römischen Begriffen ab, die für Magistrate und andere Beamte verwendet wurden. Scharfrichter auf Gor sind ebenfalls eine Art von Magistrat. Die genauen Aufgaben der einzelnen Arten von Magistraten auf Gor sind sehr unklar, da die Bücher nur wenige Erklärungen oder Details enthalten.
Zu den bekannten Magistratstypen auf Gor gehören '''Aedilen''', '''Archonten''', '''Praetoren''', '''Präfekten''' und '''Quaestoren'''. Diese Bezeichnungen leiten sich von altgriechischen oder römischen Begriffen ab. Auch Henker sind auf Gor eine Art von Magistrat. Die genauen Pflichten der einzelnen Magistratstypen sind unklar, da die Bücher wenig Erklärung oder Detail liefern.


Zum Beispiel wird eine Person, die als „Archivar" bekannt ist, auch als „Archon" der Archive bezeichnet, was darauf hindeutet, dass ein Archon eine Art Offizier ist. Ein Archon mit einem Büro in [[Venna]] versuchte, die Besitzer von verlorenen oder entlaufenen Sklaven zu ermitteln. Die Sklaven wurden im Büro ausgestellt, und wenn die Besitzer nicht ausfindig gemacht werden konnten, wurden die Sklaven versteigert. Ein Präfekt beglaubigte Dokumente mit einem Siegel, ähnlich wie ein Notar. Er war auch in der Lage, eine rechtliche Versklavung vorzunehmen, indem er eine Schuldnerin zur Sklavin erklärte, weil sie ihre Schulden nicht bezahlen konnte. Es gab einen Handelsprätor, der die Gerichtsbarkeit über das Handelsgericht innehatte und letztlich dem Hohen Rat unterstand. Dieser Prätor war in der Lage, eine Lösegeldzahlung für eine [[freie Frau]] zu beglaubigen.
Ein als „Aktenbeamter" bekanntes Individuum wird auch als „Archon" der Akten bezeichnet, was darauf hindeutet, dass ein Archon eine Art Beamter ist. Ein Archon mit Büro in [[Venna]] versuchte, die Eigentümer verlorener oder entlaufener Sklaven zu identifizieren. Die Sklaven wurden im Büro ausgestellt, und wenn die Eigentümer nicht ausfindig gemacht werden konnten, wurden sie versteigert. Ein Präfekt wurde beim Beglaubigen von Dokumenten mit einem Siegel gesehen, ähnlich einem Notar – er konnte auch eine rechtliche Versklavung vornehmen und eine Schuldnerin zur Sklavin erklären. Es gab einen Handelspraetor mit Zuständigkeit über das Handelsgericht, letztlich dem Hohen Rat unterstellt, der eine Lösegeldzahlung für eine freie Frau bestätigen konnte.


== Handelsrecht ==
== Handelsrecht ==


Der größte Teil des goreanischen Rechts ist kommunales Recht, das auf jede einzelne Stadt beschränkt ist. Es gibt jedoch eine Art von Recht, das sich auf die verschiedenen Städte von Gor erstreckt. Dabei handelt es sich um das '''Handelsrecht''', ein gemeinsames rechtliches Abkommen zwischen den verschiedenen [[Kaste der Händler|Handelskastensystemen]] der verschiedenen Städte. Das Handelsrecht ermöglicht es, dass der Handel auf Gor viel leichter funktioniert. In den Büchern wird nicht alles umfassend beschrieben, was unter das Handelsrecht fällt, aber einige Bestimmungen werden genannt. Das Handelsrecht deckt jedoch nicht alle Aspekte des Handels ab. Es gibt Lücken in diesem Gesetz, obwohl Anstrengungen unternommen werden, diese Lücken zu schließen. Aspekte des Handelsrechts werden meist auf den [[Sardar-Messen]] entschieden, wenn Kaufleute aus ganz Gor zusammenkommen, um solche Fragen zu diskutieren.
Das meiste goreanische Recht ist Stadtrecht, beschränkt auf jede einzelne Stadt. Es gibt jedoch eine Rechtsform, die über die verschiedenen Städte Gors hinausreicht: das '''[[Handelsrecht]]''' (''Merchant Law''), eine gemeinsame Rechtsvereinbarung zwischen den verschiedenen [[Kaste der Händler|Händler-Kasten]] verschiedener Städte. Das Handelsrecht ermöglicht es, Handel auf Gor wesentlich einfacher zu betreiben. Die Bücher liefern keine umfassende Beschreibung aller Bestimmungen, obwohl einige genannt werden. Es deckt nicht alle Aspekte des Handels ab – es gibt Lücken, wobei Anstrengungen unternommen werden, diese zu schließen. Aspekte des Handelsrechts werden am häufigsten auf den [[Sardar-Messen]] entschieden, wenn Händler aus ganz Gor zusammenkommen.


Um das Handelsrecht zu verwalten und durchzusetzen, gibt es spezielle '''Handelsrichter'''. Diese Magistrate gehören der Händlerkaste und nicht der Schreiberkaste an. Sie sind von den anderen Magistraten getrennt. Handelsmagistrate tragen weiße Gewänder, die mit Gold und Purpur verziert sind. Auch sie haben die Befugnis, einige rechtliche Entscheidungen zu treffen, ohne dass ein förmliches Verfahren erforderlich ist.
Zur Verwaltung und Durchsetzung des Handelsrechts gibt es spezielle '''Handelsmagistrate'''. Diese gehören der Händler-Kaste an, nicht der Schreiber-Kaste, und sind von den übrigen Magistraten getrennt. Handelsmagistrate tragen weiße Roben mit Gold- und Purpurbesatz. Auch sie haben die Befugnis, bestimmte Rechtsentscheidungen ohne förmliche Verhandlung zu treffen.


== Gerichtsverfahren und Strafen ==
== Verfahren und Prozesse ==


Über die goreanischen Gerichtsverfahren gibt es nur wenige Einzelheiten. Angeklagte können recht hart behandelt werden. Gefangene, egal welchen Geschlechts, werden selten verwöhnt. Sie werden oft nackt in ihren Zellen gehalten und dürfen nicht einmal ein Bad nehmen. Es ist nicht bekannt, ob es Kautionen gibt oder nicht. Aus den spärlichen Informationen in den Büchern über Gerichtsverfahren geht hervor, dass eine Person als unschuldig gilt, bis sie für schuldig befunden wird. Es scheint nicht so zu sein, dass der Angeklagte seine Unschuld beweisen muss, sondern eher, dass der Staat seine Schuld beweisen muss. Dies ist jedoch nur eine Spekulation. Bestimmte Straftaten werden als Verbrechen beschrieben, also gibt es wahrscheinlich auch Vergehen, obwohl der Unterschied zwischen den beiden nicht angegeben ist und nur wenige Straftaten ausdrücklich als das eine oder das andere bezeichnet werden.
Es gibt nur wenige Details über goreanische Gerichtsverfahren. Angeklagte in Strafverfahren werden recht hart behandelt. Gefangene beiderlei Geschlechts werden selten geschont – sie werden häufig nackt in ihren Zellen gehalten und ihnen wird selbst die Möglichkeit eines Bades verwehrt. Ob eine Kautionsregelung existiert, ist unbekannt.


Es gibt richterliche Anhörungen und Gerichtsverhandlungen. Aus den Büchern geht nicht hervor, welche Straftaten auf welche Weise verhandelt werden können. Es gibt keine Hinweise darauf, welche Arten von Straftaten ein Schwurgerichtsverfahren rechtfertigen. Bei den wenigen in den Büchern beschriebenen richterlichen Anhörungen handelt es sich oft um schnelle Angelegenheiten. Allerdings geht es bei diesen Anhörungen in der Regel um recht eindeutige Angelegenheiten, die kaum Raum für Unklarheiten lassen. Es scheint auch keine Berufung gegen die Entscheidung dieser Richter zu geben, da das Urteil oft sofort nach der Entscheidung verkündet wird. Wir wissen, dass ein Angeklagter Straffreiheit erlangen kann, wenn er bei der Strafverfolgung einer anderen Person Hilfe leistet.
Aus den wenigen Informationen in den Büchern scheint es, dass eine Person als unschuldig gilt, bis ihre Schuld bewiesen ist. Es scheint nicht so, dass der Angeklagte seine Unschuld beweisen muss, sondern dass der Staat seine Schuld nachweisen muss – dies ist jedoch nur Spekulation. Bestimmte Verbrechen werden als ''Felonies'' (schwere Vergehen) bezeichnet, weshalb es wahrscheinlich auch leichtere Vergehen gibt, obwohl der Unterschied nicht näher definiert wird.


''„Allgemeiner ausgedrückt: Ordnung und Struktur im menschlichen Leben, Stabilität in der Gesellschaft, ja in gewissem Sinne sogar die Zivilisation selbst, hängen von Sanktionen ab. Eine Zivilisation muss bereit sein, Sanktionen zu verhängen, und sie zuverlässig und effizient zu verhängen."'' – ''Magicians of Gor'', S. 124
Es gibt sowohl Magistratsanhörungen als auch Geschworenenverfahren. Die Bücher klären nicht, welche Verbrechen durch welche Methode behandelt werden. In den wenigen beschriebenen Magistratsanhörungen sind diese oft schnelle Angelegenheiten, die sich mit eindeutigen Fällen befassen. Es scheint auch keine Berufung gegen die Entscheidung der Magistrate zu geben, da die Strafe oft sofort nach der Entscheidung vollstreckt wird. Bekannt ist, dass ein Angeklagter Straffreiheit erlangen kann, wenn er bei der Verfolgung einer anderen Person behilflich ist.


=== Todesstrafen und körperliche Strafen ===
== Strafen ==


Die Strafen für Verstöße gegen das goreanische Gesetz können sehr hart sein. Die [[Todesstrafe]] ist für eine Vielzahl von Vergehen üblich, und einige dieser Vergehen sind nicht das, was viele auf der Erde als schwere Verbrechen ansehen würden. Verstümmelung, [[Versklavung]] und Verbannung sind weitere gängige Strafen. Bei besonders abscheulichen Vergehen kann dem Tod die Folter vorausgehen. Es gibt auch einige geringere Strafen, wie zum Beispiel Geldstrafen.
:''„Letztlich hängt Zivilisation von Macht ab, moralischer und physischer, von, sozusagen, dem Willen der Meister und der Wirklichkeit der Peitsche und des Schwertes."'' – ''Magicians of Gor'', S. 124


Die [[Pfählung]] ist eine gängige Methode der Todesstrafe sowohl für freie Männer als auch für Frauen. Männer werden gefesselt, aber Frauen werden in der Regel einfach auf einen Speer gesetzt. Es ist nicht notwendig, sie zu fesseln, da sie den Speer nicht erreichen können oder keinen Hebel haben, um sich zu befreien. Ein solches Schicksal ist ein langsamer Tod, der den Menschen die Zeit gibt, über ihre Verbrechen nachzudenken und sie zu bereuen. Sklaven werden jedoch in der Regel nicht aufgespießt. Es ist viel wahrscheinlicher, dass sie einfach auf einen Schlitten geworfen werden. Es gibt jedoch Vergehen, bei denen ein Sklave aufgespießt wird.
Strafen für die Verletzung goreanischer Gesetze können äußerst hart sein. Die '''Todesstrafe''' ist bei einer Vielzahl von Vergehen üblich, und einige dieser Vergehen würden auf der Erde nicht als schwere Verbrechen angesehen. '''Verstümmelung''', '''Versklavung''' und '''Verbannung''' sind weitere häufige Strafen. Bei besonders abscheulichen Vergehen kann dem Tod Folter vorausgehen. Es gibt auch geringere Strafen wie Geldstrafen.


In den nördlichen Wäldern sind das Erhängen und das Aufknüpfen von Fesseln gängige Strafen. Beim '''Fesseln''' werden die beiden großen Sehnen hinter den Knien durchtrennt. Die Beine können dann nicht mehr angespannt werden und sind im Grunde nutzlos. Solche Menschen enden oft als bemitleidenswerte Bettler, die sich mit ihren Händen und Armen fortbewegen.
=== Pfählung ===


Der '''Rahmen der Demütigung''' ist eine einzigartige Bestrafung. Das Gestell ist ein hohler Holzrahmen, an den ein Verurteilter gefesselt wird. Dann wird er auf dem Fluss [[Vosk]] ausgesetzt, und das Gestell treibt auf dem Wasser. Die Person kann dann an Ermüdung oder Austrocknung sterben oder von [[Tharlarion]] oder anderen fleischfressenden Reptilien gefressen werden. Der Brauch schreibt vor, dass die Person, die auf das Gestell gesetzt wird, angespuckt werden muss, bevor sie ins Wasser gesetzt wird. Andere Städte und Gegenden haben ebenfalls ihre eigenen, einzigartigen Strafen.
Die '''Pfählung''' ist eine gängige Hinrichtungsmethode für freie Männer und Frauen. Männer werden gefesselt, Frauen hingegen werden in der Regel einfach auf den Speer gesetzt – es ist nicht nötig, sie zu fesseln, da sie den Speer nicht erreichen oder die Hebelwirkung aufbringen können, um sich zu befreien. Ein solches Schicksal bedeutet einen langsamen Tod, der den Menschen Zeit gibt, über ihre Verbrechen nachzudenken.


''„Vor dem Schwert gibt es kein Richtig, kein Falsch, nur Tatsachen – eine Welt dessen, was ist und was nicht ist, und nicht eine Welt dessen, was sein sollte und was nicht sein sollte."'' – ''Tarnsman of Gor'', S. 156
Sklaven werden üblicherweise nicht gepfählt – sie werden eher einem [[Sleen]] vorgeworfen. Es gibt jedoch Vergehen, bei denen auch Sklaven gepfählt werden.
 
=== Weitere Strafen ===
 
In den nördlichen Wäldern sind '''Hängen''' und '''Kniesehnen-Durchtrennung''' gängige Strafen. Bei der Kniesehnen-Durchtrennung werden die beiden großen Sehnen hinter jedem Knie durchtrennt. Die Beine können dann nicht mehr angezogen werden und werden im Grunde nutzlos – man kann nicht einmal mehr aufrecht stehen. Solche Personen enden häufig als erbärmliche Bettler, die sich mit Händen und Armen fortbewegen.
 
Der '''Rahmen der Demütigung''' ist eine einzigartige Strafe. Der Rahmen ist ein hohler Holzrahmen, an den ein Verurteilter gebunden wird. Er wird dann auf dem [[Vosk]]-Fluss ausgesetzt, und der Rahmen treibt auf dem Wasser. Die Person kann dann an Unterkühlung, Austrocknung sterben oder von [[Tharlarion]] oder anderen fleischfressenden Reptilien gefressen werden. Der Brauch verlangt, dass die Person auf dem Rahmen angespuckt wird, bevor sie ins Wasser gelassen wird.


== Die Gesetze ==
== Die Gesetze ==


Die folgenden Gesetze, Rechtsgrundsätze, Rechte und Riten gibt es in verschiedenen goreanischen Städten, einige sind auf ganz Gor verbreitet. Dies ist jedoch bei weitem keine vollständige Liste, sondern nur eine Auswahl der in den Büchern aufgeführten relevanten Gesetze. Bitte bedenke, dass nicht alle diese Gesetze in jeder Stadt in Kraft sein werden. Die Städte werden sicherlich andere Gesetze haben, die hier nicht aufgeführt sind. Da Unkenntnis des Gesetzes oft nicht als brauchbare Verteidigung angesehen wurde, war es unerlässlich, dass die Goreaner die Gesetze in jeder Stadt, die sie besuchten, kannten.
:''„Vor dem Schwert gibt es kein Recht, kein Unrecht, nur Tatsachen – eine Welt dessen, was ist und was nicht ist, statt einer Welt dessen, was sein sollte und was nicht sein sollte. Es gibt keine Gerechtigkeit, bis das Schwert sie erschafft, begründet, garantiert, ihr Substanz und Bedeutung verleiht. [...] Zuerst das Schwert – dann die Regierung – dann das Gesetz – dann die Gerechtigkeit."'' – ''Tarnsman of Gor'', S. 156


=== Grundlegende Prinzipien ===
=== Grundlegende Stadtgesetze und Souveränität ===


# „Es gibt ein Sprichwort auf Gor, dass die Gesetze einer Stadt nicht weiter reichen als ihre Mauern." (''Outlaw of Gor'', S. 50) Dies ist eines der grundlegendsten Prinzipien des goreanischen Rechts, doch ist es eher eine allgemeine Aussage als ein absolutes Gesetz. In den meisten Fällen gelten die Gesetze der Stadt nicht mehr, sobald man die Mauern einer Stadt verlässt, und die Stadt schützt einen nicht mehr. Es gibt jedoch auch Ausnahmen von dieser Regel. Erstens beanspruchen viele Städte die Hoheit über das Land um ihre Stadt herum. Tarn-, Tharlarion- oder Infanteriepatrouillen überwachen oft die dünnen Grenzen des von einer Stadt beanspruchten Gebiets und befragen, verhaften oder töten Nicht-Bürger, die versuchen, ihr Land zu betreten. Zweitens gibt es bestimmte Orte außerhalb einer Stadt, über die eine Stadt die volle rechtliche Kontrolle ausübt, z. B. einen Bannerturm. Ein Bannerturm ist eine Handelsburg, die einer bestimmten Stadt gehört und den Gesetzen dieser Stadt unterliegt. Drittens gibt es das Handelsrecht, eine Reihe gemeinsamer Gesetze, die für viele Städte auf Gor gelten. Das Handelsrecht reicht über die Stadtmauern hinaus und schützt den Handel.
# ''„Es gibt ein Sprichwort auf Gor, dass die Gesetze einer Stadt nicht weiter reichen als ihre Mauern."'' (''Outlaw of Gor'', S. 50) Dies ist eines der grundlegendsten Prinzipien goreanischen Rechts, eher eine Verallgemeinerung als ein Absolutum. Außerhalb der Stadtmauern gelten die Gesetze im Allgemeinen nicht mehr und die Stadt gewährt keinen Schutz. Doch es gibt Ausnahmen: Viele Städte beanspruchen Souveränität über das umliegende Land. [[Tarn]]-, Tharlarion- oder Infanteriepatrouillen überwachen die Grenzen eines beanspruchten Territoriums. Zudem gibt es Orte außerhalb einer Stadt, über die sie volle Rechtshoheit ausübt, etwa einen '''Bannerfeste''' (''Banner Keep'') – eine Händlerfeste, die einer bestimmten Stadt gehört und von deren Gesetzen regiert wird. Drittens existiert das Handelsrecht, das über die Stadtmauern hinaus den Handel schützt.
# Um einen Anspruch auf unbesetztes Land außerhalb einer Stadt zu erheben, musst du morgens einen gelben Pfahl in den Boden stecken. Dann musst du bei diesem Pfahl warten und das Land bis zum Sonnenuntergang schützen. Zu diesem Zeitpunkt gehört das Land dir und du kannst dort deinen [[Heimstein]] setzen.
# Um unbeanspruchtes Land außerhalb einer Stadt zu beanspruchen, muss man morgens einen '''gelben Pflock der Anspruchserhebung''' in den Boden stecken. Man muss dann bei diesem Pflock warten und das Land bis zum Sonnenuntergang verteidigen. Danach gehört das Land einem und man darf dort seinen [[Heimstein]] setzen.
# Der Diebstahl eines Heimsteins ist wohl eines der abscheulichsten Verbrechen, die es auf Gor gibt. Das ist nicht verwunderlich, wenn man den Glauben der Goreaner an die Bedeutung des Heimsteins bedenkt. Der Diebstahl eines solchen wird üblicherweise mit extremer Folter und dem Tod in kochendem Öl bestraft. Trotzdem wird der Diebstahl des Heimsteins eines Feindes als größter Ruhm angesehen, was zeigt, dass der Dieb von den [[Priesterkönige|Priesterkönigen]] bevorzugt wird.
# Der Diebstahl eines [[Heimstein]]s gehört zu den abscheulichsten Verbrechen auf Gor. Dies ist angesichts der goreanischen Überzeugungen zur Bedeutung des Heimsteins nicht verwunderlich. Solch ein Diebstahl wird üblicherweise mit extremer Folter gefolgt vom Tod in siedendem Öl bestraft. Dennoch gilt der Diebstahl eines feindlichen Heimsteins als der größte aller Ruhme, der zeigt, dass der Dieb von den [[Priesterkönige]]n begünstigt wird.
# Eine Person kann erschlagen werden, wenn sie nicht aufsteht, wenn sie von ihrem eigenen Heimatstein spricht. Es ist nicht bekannt, ob dies durch das Gesetz, den Kastenkodex oder einfach durch Gewohnheit geschieht.
# Eine Person kann getötet werden, wenn sie nicht steht, während sie von ihrem eigenen Heimstein spricht. Ob dies auf Gesetz, Kastencode oder einfach Brauch beruht, ist unklar.


=== Hoher Rat und Staatsbürgerschaft ===
=== Regierung und Bürgerschaft ===


# Nur Mitglieder der [[Hohe Kasten|Hohen Kasten]] können in den [[Hoher Rat|Hohen Rat]] einer Stadt gewählt werden. Jede der fünf Hohen Kasten wählt ihre eigenen Vertreter für den Hohen Rat.
# Nur Mitglieder der [[Hohe Kasten|Hohen Kasten]] dürfen in den Hohen Rat einer Stadt gewählt werden. Jede der fünf Hohen Kasten wählt ihre eigenen Vertreter.
# Nur Angehörige der Hohen Kasten dürfen bei der Wahl des [[Verwalter|Verwalters]] einer Stadt oder bei der Ernennung eines [[Ubar|Ubars]] abstimmen. Die [[Niedere Kasten|niederen Kasten]] haben kein Stimmrecht.
# Nur Mitglieder der Hohen Kasten dürfen einen Administrator wählen oder einen Ubar ernennen. [[Niedere Kasten]] besitzen kein Wahlrecht.
# Es stellt sich die Frage, ob [[Freie Frauen|freie Frauen]] Mitglieder des Hohen Rates sein können und ob freie Frauen der Hohen Kasten stimmberechtigt sind. Dies ist wahrscheinlich eine Frage, die von Stadt zu Stadt entschieden wird. Eine Aussage in ''Assassin of Gor'' (S. 16) scheint zu implizieren, dass Frauen nicht wählen dürfen. Es ist unklar, ob sich „Männer" in diesem Zusammenhang nur auf das männliche Geschlecht bezieht oder ob es in einem allgemeineren Sinne verwendet wird. Da es Frauen jedoch erlaubt ist, die höchste politische Position in einer Stadt einzunehmen, nämlich die des Herrschers, macht es wenig Sinn, warum sie nicht auch eine niedrigere politische Position einnehmen oder wählen können.
# Ob [[Freie Frau|freie Frauen]] Mitglieder des Hohen Rates sein dürfen oder ob freie Frauen der Hohen Kasten wählen dürfen, ist unklar. Dies wird wahrscheinlich von Stadt zu Stadt entschieden. Es gibt eine Aussage, die zu implizieren scheint, dass Frauen nicht wählen dürfen: ''„Während es nur die Männer der hohen Kaste sind, die Mitglieder in den Rat der Stadt wählen, ..."'' (''Assassin of Gor'', S. 16). Ob „Männer" hier ausschließlich das männliche Geschlecht meint oder allgemein alle der Hohen Kasten, ist unklar. Da Frauen jedoch die höchste politische Position – die einer Herrscherin – einnehmen dürfen, wäre es unlogisch, ihnen eine niedrigere Position wie die Mitgliedschaft im Hohen Rat oder das Wahlrecht zu verwehren.
# Es ist illegal, eine Karte einer Stadt aus der Stadt zu nehmen. Es ist auch illegal für einen Nicht-Bürger, eine eigene Karte einer Stadt zu erstellen. Da viele Straßen in einer Stadt keine festen Namen haben, kann es für Besucher schwierig sein, sich in einer Stadt zurechtzufinden. Dies kann ein zusätzlicher Verteidigungsmechanismus sein.
# Es ist illegal, eine Stadtkarte aus der Stadt herauszubringen. Es ist auch illegal für Nicht-Bürger, eine eigene Karte der Stadt anzufertigen. Dies dient als zusätzlicher Verteidigungsmechanismus.
# In den hochgelegenen Städten von Gor sind die [[Ahn|Ahns]] eines Tages alle gleich lang. In anderen Städten wird ein Tag in zehn Ahn am Tag und zehn in der Nacht unterteilt. So variiert die Länge der Ahn je nach Jahreszeit.
# In den Hochstädten Gors sind alle [[Ahn]] eines Tages gleich lang. In anderen Städten wird der Tag in zehn Ahn am Tag und zehn in der Nacht unterteilt. Daher variiert die Länge jedes Ahns mit der Jahreszeit.
# Die '''Staatsbürgerschaft''' ist ein Privileg, kein Recht, und deshalb muss man sie aktiv beantragen und sie sich ein Leben lang verdienen. Die Staatsbürgerschaft oder ihre Beibehaltung ist in einigen Städten an die Teilnahme an öffentlichen Zeremonien wie der halbjährlichen offiziellen Verleihung der Schirmherrschaft und an zahlreichen öffentlichen Versammlungen gebunden, von denen einige sehr kurzfristig einberufen werden (''Dancer of Gor'', S. 302–303).
# '''Bürgerschaft''' ist ein Privileg, kein Recht, und man muss aktiv darum ansuchen sowie sie ein Leben lang verdienen. ''„Die Staatsbürgerschaft, oder ihre Beibehaltung, ist in manchen Städten an Dinge wie die Teilnahme an öffentlichen Zeremonien und zahlreichen öffentlichen Versammlungen geknüpft."'' (''Dancer of Gor'', S. 302–303)
# In den meisten goreanischen Gemeinschaften ist die Staatsbürgerschaft nicht etwas, das man durch den Zufall der Geburt erwirbt, sondern etwas, das man sich durch seine Absicht und seinen Einsatz verdient (''Slave Girl of Gor'', S. 394). Wenn du die geistige Volljährigkeit erreicht hast, musst du die Staatsbürgerschaftszeremonie durchführen. Die Einzelheiten der Zeremonie variieren von Stadt zu Stadt. In manchen Städten müssen andere Bürger, die nicht blutsverwandt sind, für dich bürgen. In anderen Städten wirst du möglicherweise von einem Ausschuss von Bürgern befragt, um deine Eignung für die Staatsbürgerschaft festzustellen. Der Treueeid kann das Berühren oder Küssen des Heimatsteins, das Ablegen von Eiden und vielleicht sogar das Teilen von Brot, Feuer und Salz beinhalten. Anschließend können dem neuen Bürger ein Lorbeerkranz und der Mantel des Bürgerrechts verliehen werden.
# Bei Erreichen der intellektuellen Volljährigkeit muss man die '''Bürgerschaftszeremonie''' vollziehen. Die Einzelheiten variieren von Stadt zu Stadt – in manchen müssen andere Bürger (keine Blutsverwandten) für einen bürgen, in anderen wird man von einem Bürgerkomitee befragt. Der Treueeid kann das Berühren oder Küssen des Heimsteins, das Schwören von Eiden und das Teilen von Brot, Feuer und Salz umfassen. Anschließend können ein Lorbeerkranz und ein Mantel der Bürgerschaft verliehen werden.
# Die Nichtdurchführung der Bürgerschaftszeremonie innerhalb eines Jahres nach Erreichen der geistigen Volljährigkeit wird mit der Ausweisung aus der Stadt geahndet. Dies gilt nur für Personen, die in der Stadt geboren sind oder von Bürgern der Stadt geboren wurden. Die Begründung scheint zu sein, dass die Gemeinschaft das Recht hat, von ihren Mitgliedern Loyalität zu erwarten (''Vagabonds of Gor'', S. 303).
# Die Nichtdurchführung der Bürgerschaftszeremonie innerhalb eines Jahres nach Erreichen der intellektuellen Volljährigkeit wird mit Verbannung aus der Stadt bestraft. ''„Die Begründung scheint zu sein, dass die Gemeinschaft ein Recht hat, von ihren Mitgliedern Treue zu erwarten."'' (''Vagabonds of Gor'', S. 303)
# Obwohl auf das Alter der geistigen Volljährigkeit Bezug genommen wird, wird nie ein bestimmtes Alter genannt. Nach den Indizien in den Büchern scheint es am wahrscheinlichsten, dass es fünfzehn Jahre alt ist.
# Obwohl auf das Alter der intellektuellen Volljährigkeit Bezug genommen wird, wird kein bestimmtes Alter angegeben. Aus Indizien in den Büchern scheint es am wahrscheinlichsten fünfzehn Jahre zu sein.
# Du kannst auf deine bisherige Staatsbürgerschaft verzichten und die Staatsbürgerschaft einer anderen Stadt erwerben. Natürlich musst du von dieser anderen Stadt als Bürger akzeptiert werden und alle Voraussetzungen erfüllen, die dort gelten.
# Man kann seine bestehende Bürgerschaft aufgeben und in einer anderen Stadt Bürgerschaft erwerben, sofern man von der anderen Stadt als Bürger akzeptiert wird.
# Einer der Vorteile der Staatsbürgerschaft ist, dass sie einen gewissen Schutz vor ausländischen Gläubigern bietet. Es ist nicht bekannt, ob dieser Bereich durch das Handelsrecht abgedeckt ist oder nicht.
# Einer der Vorteile der Bürgerschaft ist ein gewisser Schutz vor ausländischen Gläubigern.
# Der '''Eid der Enteignung''' ist Teil der [[Kriegerkodex|Kriegerkodexe]] sowie der Riten einer Stadt. Bei dieser unwiderruflichen Zeremonie wird ein Familienmitglied verleugnet. Dieses Familienmitglied verliert jede Verbindung zu seiner Familie und auch seine [[Kaste]]. Es scheint, dass dieser Eid nach den Kodizes der [[Kaste der Krieger|Kriegerkaste]] durch einen Schwur auf den Griff des Schwertes geleistet wird. Es ist nicht bekannt, wie der Schwur nach den Riten der Städte geleistet wird.
# Jeder Bürger muss mindestens einmal in das [[Sardar-Gebirge]] reisen, bevor er fünfundzwanzig Jahre alt ist. Die Kaste der Eingeweihten überwacht, wer geht und wer nicht. Die Eingeweihten lehren auch, dass eine Stadt vom Unglück heimgesucht wird, wenn ihre Jugend versucht, sich dieser heiligen Pflicht zu entziehen. In einigen Städten und auf einigen Inseln, wie z. B. [[Teletus]], erhält die Familie eine goldene [[Tarnscheibe]], wenn man die Reise zu einem von den Eingeweihten festgelegten Zeitpunkt unternimmt.


=== Kaste und Geächtete ===
=== Kastenrecht und Verstoßung ===


# „Ein Mann, der sich weigerte, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, oder der versuchte, seinen Status ohne die Zustimmung des Rates der Hohen Kasten zu ändern, war per Definition ein [[Geächteter]] und musste die Pfählung erdulden." (''Tarnsman of Gor'', S. 46) Geächtete verlieren jede Verbindung zu ihrem Heimatstein und ihrer Kaste, ein schreckliches Schicksal für einen Goreaner. Sie müssen in der Wildnis leben und ums Überleben kämpfen.
# Der '''Eid der Verstoßung''' ist Teil der [[Kriegerkaste|Krieger-Kastencodes]] sowie der Riten einer Stadt. In dieser unwiderruflichen Zeremonie wird ein Familienmitglied verstoßen und verliert jede Verbindung zu seiner Familie sowie seine Kaste. Nach den Krieger-Kastencodes wird der Eid offenbar auf das Heft des Schwertes geschworen. Ein Ubar leistete den Eid auf dem Medaillon seiner Stadt.
# Jede Stadt bestimmt, welche Kaste und Unterkaste gesetzlich anerkannt wird. Sie bestimmt auch, welche Kaste als Hohe Kaste anerkannt wird. So kann es zum Beispiel Städte geben, in denen die [[Kaste der Händler]], die normalerweise eine Niedere Kaste ist, gesetzlich als Hohe Kaste anerkannt wird.
# Jeder Bürger muss mindestens einmal vor seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr zu den [[Sardargebirge|Sardar-Bergen]] reisen. Die Wissenden-Kaste überwacht dies und lehrt, dass Unglück eine Stadt treffen wird, deren Jugend diese heilige Pflicht zu umgehen versucht. Manchmal bitten die Wissenden eine Person, die Reise zu einem bestimmten Zeitpunkt zu unternehmen. In manchen Städten und auf Inseln wie [[Teletus]] erhält die Familie eine goldenen Tarn-Scheibe, wenn man die Reise auf Wunsch der Wissenden unternimmt.
# Es gibt den Straftatbestand des „Versuchs der Täuschung in Bezug auf die Kaste". Dies umfasst Handlungen wie das Eingehen von Geschäften unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und die ausdrückliche Behauptung, einer anderen Kaste als der eigenen anzugehören. Solche Täuschungen kommen am häufigsten vor, wenn Menschen vorgeben, [[Kaste der Ärzte|Ärzte]] zu sein. Dieses Verbrechen gilt nicht für alle Handlungen, die zu den Hauptaufgaben einer Kaste gehören. Zum Beispiel kann jeder, und nicht nur ein Mitglied der [[Sklavenkaste]], legal einen Sklaven verkaufen.
# ''„Ein Mann, der sich weigerte, seinen Lebensunterhalt auszuüben, oder der seinen Status ohne Zustimmung des Rates der Hohen Kasten zu ändern versuchte, war per Definition ein Gesetzloser und unterlag der Pfählung."'' (''Tarnsman of Gor'', S. 46) [[Geächteter|Geächtete]] verlieren jede Verbindung zu ihrem Heimstein und ihrer Kaste – ein schreckliches Schicksal. Sie müssen in der Wildnis leben und ums Überleben kämpfen.
# Es ist rechtlich zulässig, die eigene Kaste zu wechseln, obwohl die meisten Goreaner ihre Kaste nicht freiwillig wechseln würden. In einer [[Freie Gefährtenschaft|freien Gefährtenschaft]] kann die Frau die Kaste des Mannes annehmen, der Mann kann dies jedoch nicht tun. Um die Kaste zu wechseln, muss der Hohe Rat der Stadt dem Wechsel zustimmen.
# Jede Stadt bestimmt, welche Kasten und Unterkasten rechtlich anerkannt werden und welche als Hohe Kasten gelten. So kann es Städte geben, in denen die Händler-Kaste, normalerweise eine Niedere Kaste, als Hohe Kaste anerkannt ist.
# Frauen in der [[Kaste der Ärzte]] können erst dann in vollem Umfang als Ärzte tätig sein, wenn sie zwei Kinder geboren haben. In vielen Städten legen Frauen der Arztkaste im Alter von fünfzehn Jahren zwei Armbänder an ihr linkes Handgelenk. Für jedes Kind, das sie zur Welt bringt, wird eines abgenommen.
# Es gibt ein Verbrechen des ''„Versuchs der Täuschung hinsichtlich der Kaste"''. Dies umfasst Handlungen wie Geschäftstätigkeit unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und die ausdrückliche Behauptung, einer anderen Kaste anzugehören. Solche Täuschungen treten am häufigsten auf, wenn Personen vorgeben, Ärzte zu sein. Dieses Verbrechen gilt nicht für alle Handlungen, die zum Haupttätigkeitsfeld einer Kaste gehören – so kann jeder einen Sklaven legal verkaufen, darf aber nicht behaupten, der [[Kaste der Sklavenhändler|Sklavenhändler-Kaste]] anzugehören, wenn er es nicht tut.
# Es ist ein Kapitalverbrechen, wenn ein Schlosser, in der Regel ein Mitglied der [[Kaste der Metallarbeiter|Metallarbeiter]], eine unbefugte Kopie eines Schlüssels anfertigt.
# Es ist rechtlich zulässig, seine Kaste zu wechseln, obwohl die meisten Goreaner dies nicht freiwillig tun würden. In einer [[Freie Gefährtenschaft|Freien Gefährtenschaft]] kann die Frau die Kaste des Mannes annehmen, nicht jedoch umgekehrt. Ansonsten muss der Hohe Rat der Stadt dem Wechsel zustimmen, basierend auf den Qualifikationen für die neue Kaste und deren Bereitschaft, den Antragsteller aufzunehmen.
# Frauen der [[Kaste der Ärzte|Ärzte-Kaste]] dürfen erst dann die volle Medizin praktizieren, wenn sie zwei Kinder geboren haben. In vielen Städten legen Frauen der Ärzte-Kaste mit fünfzehn Jahren zwei Armreifen am linken Handgelenk an. Für jedes geborene Kind wird einer entfernt.
# Die unbefugte Kopie eines Schlüssels durch einen Schlosser – üblicherweise Mitglied der [[Kaste der Metallarbeiter|Metallarbeiter-Kaste]] – ist ein Kapitalverbrechen.


=== Freie Gefährtenschaft ===
=== Freie Gefährtenschaft ===


# Eine [[Freie Gefährtenschaft]], die goreanische Form der Ehe, dauert ein einziges Jahr. Wenn sie nicht bis zum zwanzigsten [[Ahn]] des Jahrestages erneuert wird, löst sie sich automatisch auf.
# Eine '''[[Freie Gefährtenschaft]]''', die goreanische Form der Ehe, gilt für ein einzelnes Jahr. Wird sie nicht bis zur zwanzigsten Ahn des Jahrestages erneuert, löst sie sich automatisch auf.
# Eine Freie Gefährtenschaft wird früher als ein Jahr aufgelöst, wenn eine der Parteien entweder versklavt wird oder stirbt. In den Büchern steht nicht, ob der Vertrag rechtlich vor dem Jahresende aufgelöst werden kann, wenn die Parteien dies vereinbaren.
# Eine Freie Gefährtenschaft löst sich vorzeitig auf, wenn einer der Partner versklavt wird oder stirbt. Die Bücher geben nicht an, ob der Vertrag vorzeitig durch Einvernehmen aufgelöst werden kann.
# Eine Frau ändert ihren Namen in einer Freien Gefährtenschaft nicht.
# Eine Frau ändert ihren Namen in einer Freien Gefährtenschaft nicht.
# Der Name „gens" ist der Name der Sippe (abgeleitet von einem altrömischen Begriff). Die gens kann nur in der männlichen Linie weitergegeben werden. Frauen können ihre gens in einer Freien Gefährtenschaft behalten, wenn dies Teil ihres Vertrages ist, aber sie können die gens niemals weitergeben.
# Der '''Gens'''-Name ist der Clanname (abgeleitet aus dem Römischen). Die Gens kann nur über die männliche Linie weitergegeben werden. Frauen können ihre Gens in einer Freien Gefährtenschaft behalten, wenn es Teil ihres Vertrages ist, aber sie können die Gens niemals weitergeben.
# Eine Person kann immer nur einen Freien Gefährten haben. In den äquatorialen Dschungeln können Männer mehrere Gefährten besitzen. [[Bila Huruma]] zum Beispiel besaß über zweihundert Gefährten.
# Eine Person darf nur einen Freien Gefährten gleichzeitig haben. In den äquatorialen Dschungeln dürfen Männer mehrere Gefährtinnen besitzen – so hatte [[Bila Huruma]] über zweihundert.
# [[Port Kar]] erkennt die Institution der Freien Gefährtin nicht an. Die freien Frauen in dieser Stadt sind einfach als die Frauen ihrer Männer bekannt.
# [[Port Kar]] erkennt die Institution der Freien Gefährtenschaft nicht an. Freie Frauen in dieser Stadt sind einfach als die Frauen ihrer Männer bekannt.


=== Stadtrecht und Zutritt ===
=== Stadtrecht und Zugang ===


# Viele Städte haben mindestens ein '''Sonnentor''', ein Haupttor, das nur von der Morgendämmerung bis zur Abenddämmerung geöffnet ist. Sobald die Dämmerung einsetzt, wird das Tor geschlossen und es ist sehr unwahrscheinlich, dass es in der Nacht geöffnet wird. Die meisten Städte verfügen über ein spezielles Nachttor.
# Viele Städte haben mindestens ein '''Sonnentor''', ein Haupttor, das nur von Morgengrauen bis Abenddämmerung geöffnet ist. Die meisten Städte haben ein spezielles Nachttor für den Ein- und Austritt bei Nacht.
# Jeder, der eine Stadt ohne Erlaubnis betritt, wird mit der Pfählung bestraft. Auf den Mauern goreanischer Städte werden oft die Überreste unwillkommener Gäste aufgespießt (''Outlaw of Gor'', S. 49).
# Wer ohne Erlaubnis eine Stadt betritt, wird mit Pfählung bestraft. ''„Auf den Mauern goreanischer Städte sind Pfähle oft mit den Überresten ungebetener Gäste geschmückt."'' (''Outlaw of Gor'', S. 49)
# Allen Geächteten ist der Zutritt zur Stadt untersagt und sie werden gepfählt. [[Panthermädchen]] und [[Taluna|Talunas]] werden als Geächtete betrachtet.
# Alle Geächteten ist der Zutritt zur Stadt verboten und sie unterliegen der Pfählung. [[Panthermädchen]] und [[Taluna]]s gelten als Geächtete.
# [[Meuchelmörder|Meuchelmördern]], die das Zeichen des schwarzen Dolches auf der Stirn tragen, wird der Zutritt zu einer Stadt ohne Einmischung gestattet.
# [[Kaste der Attentäter|Assassinen]], die das Zeichen des schwarzen Dolches auf ihrer Stirn tragen, dürfen eine Stadt ungehindert betreten.
# Mitglieder der [[Kaste der Schauspieler]], Dichter, Musiker und Sänger dürfen jede Stadt frei betreten.
# Mitglieder der Kasten der [[Kaste der Spieler|Spieler]], [[Kaste der Dichter|Dichter]], [[Kaste der Musiker|Musiker]] und [[Kaste der Sänger|Sänger]] dürfen jede Stadt frei betreten.
# [[Herold|Herolde]], die einen goldenen Schrägstrich an der linken Schläfe ihres Helms oder ihrer Kopfbedeckung tragen, sind immun gegen jegliche Einmischung innerhalb einer Stadt. Dies ist eine Form der diplomatischen Immunität.
# '''Herolde''', die einen goldenen Strich an der linken Schläfe ihres Helms tragen, genießen Immunität vor Beeinträchtigung durch alle in einer Stadt – eine Form diplomatischer Immunität.
# Botschafter besitzen die gleiche diplomatische Immunität wie Herolde.
# Botschafter genießen dieselbe diplomatische Immunität wie Herolde.


=== Handel, Eigentum und Patente ===
=== Handel und Wirtschaft ===


# Patente, die sich auf Erfindungen beziehen, und Urheberrechte, die sich auf schriftliches Material beziehen, sind in einer Stadt verfügbar, aber ihre Macht reicht nur bis zur Stadtmauer. Dem Handelsrecht ist es nicht gelungen, sie auf globaler Ebene einzuführen. Daher halten viele Handwerker und Hersteller ihre Formeln und Pläne geheim.
# '''Patente''' (für Erfindungen) und '''Urheberrechte''' (für geschriebenes Material) gibt es in Städten, doch ihre Geltung reicht nur bis zur Stadtmauer. Das Handelsrecht war nicht erfolgreich darin, solche Schutzrechte auf breiterer Ebene einzuführen. Daher halten viele Handwerker ihre Formeln und Pläne in Chiffren.
# Die Fälschung eines offiziellen Stadtsiegels auf Handelsprodukten ist illegal.
# Die Fälschung eines offiziellen Stadtsiegels auf Handelsprodukten ist illegal.
# Jede Stadt verfügt über einen '''Handelsfuß''' und einen '''Handelsstein''', die den Händlern der Stadt zur Verfügung stehen, um ihre eigenen Messgeräte zu überprüfen. Jeder Händler, der einen betrügerischen Fuß oder Stein verwendet, wird bestraft.
# Jede Stadt besitzt üblicherweise einen '''Handelsfuß''' und -'''Stein''' zur Überprüfung persönlicher Messgeräte. Händler, die betrügerische Maße verwenden, werden bestraft.
# Aus rechtlichen und kommerziellen Gründen sind bestimmte Buchstaben standardisiert worden. Dazu gehören die Buchstaben für Gewichte und Maße sowie das „[[Kef]]".
# Für rechtliche und kommerzielle Zwecke wurden bestimmte Buchstaben standardisiert, darunter solche für Gewichte und Maße sowie das '''[[Kef]]'''.
# Schuldtitel können übertragen werden, in der Regel für einen abgezinsten Betrag, und der Empfänger kann dann versuchen, den Nennwert der Titel einzutreiben.
# Schuldinstrumente können übertragen werden, üblicherweise zu einem reduzierten Betrag, und der Erwerber kann dann versuchen, den Nennwert einzutreiben. '''Kopfgeldjäger''' nutzen diese Möglichkeit häufig.
# Das Abschaben, Abschneiden oder Abschneiden von Metall von einer Münze gilt als Diebstahl und Betrug.
# Das Abschaben, Beschneiden oder Abschneiden von Metall von Münzen gilt als Diebstahl und Betrug, da es den Wert der Münze mindert.
# Wappen, Zeichen und Familienembleme können registriert werden und ihre Verwendung wird gesetzlich eingeschränkt.
# Wappen, Zeichen und Familienembleme können registriert und ihr Gebrauch rechtlich eingeschränkt werden.


=== Verschleierung und freie Frauen ===
=== Gesetze zu freien Frauen ===


# Verhüllungsgewänder und [[Schleier]] können für freie Frauen gesetzlich vorgeschrieben sein oder auch nicht. In einigen Städten, wie z. B. Ar und [[Ar's Station]], ist es nur Brauch, während es in anderen tatsächlich Gesetz ist. In einigen Städten kann eine unverschleierte freie Frau von Gardisten in Gewahrsam genommen und dann verschleiert werden, notfalls mit Gewalt. Wiederholte Verstöße können sogar zur Versklavung führen.
# '''Roben der Verhüllung''' und '''Schleier''' können für freie Frauen gesetzlich vorgeschrieben sein oder auch nicht. In manchen Städten wie Ar und [[Ars Station]] ist es nur Brauch, in anderen tatsächlich Gesetz. In einigen Städten kann eine unverschleierte freie Frau von Wächtern in Gewahrsam genommen und zwangsweise verschleiert werden. Wiederholte Verstöße können sogar zur Versklavung führen.
# In Städten, in denen Roben und Schleier für freie Frauen nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, gibt es andere einschlägige Gesetze, die einschränken, wie viel nackte Haut eine freie Frau zeigen darf. Wenn zu viel Haut gezeigt wird, kann die Frau versklavt werden. „Wenn du als Sklavin entkleidet werden willst, dann sei eine Sklavin, heißt es." (''Dancer of Gor'', S. 157)
# In Städten, in denen Roben und Schleier nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, gibt es andere Gesetze, die einschränken, wie viel nackte Haut eine freie Frau zeigen darf. Wird zu viel Haut gezeigt, droht der Frau Versklavung. ''„Wenn du wie eine Sklavin entkleidet werden willst, dann sei eine Sklavin, sagt man."'' (''Dancer of Gor'', S. 157)
# Das Entkleiden einer freien Frau, das gewaltsame Entfernen ihres Schleiers gegen ihren Willen, ist ein schweres Verbrechen.
# Die '''Gesichtsschleier-Entfernung''' (''Face Stripping'') – das gewaltsame Entfernen der Schleier einer freien Frau – ist ein schweres Verbrechen.
# In einigen Städten ist es ein Verbrechen, das Fleisch einer freien Frau mit [[Freudenseide]] in Berührung zu bringen. Es wird als zu aufregend und sinnlich angesehen.
# In manchen Städten ist es ein Verbrechen, '''Lustseide''' mit der Haut einer freien Frau in Berührung zu bringen, da sie als zu aufreizend und sinnlich gilt.
# Freien Frauen ist es selten, wenn überhaupt, erlaubt, [[Kaissa]] zu spielen. Es scheint auch nicht so zu sein, dass Frauen der [[Kaste der Spieler]] angehören dürfen.
# Freie Frauen dürfen selten, wenn überhaupt, [[Kaissa]] spielen. Es scheint auch nicht so, dass Frauen der Spieler-Kaste angehören dürfen.


=== Verschiedene religiöse und alltägliche Gesetze ===
=== Religion und Baurecht ===


# Es ist nicht verboten, Waffen in den Tempel eines Eingeweihten mitzunehmen.
# Das Tragen von Waffen in einen Tempel der Wissenden ist nicht verboten.
# Nicht-Eingeweihte dürfen den Bereich des Heiligtums eines Tempels der Eingeweihten nicht betreten, es sei denn, sie haben das '''Chrisma der zeitweiligen Erlaubnis''' erhalten. Dies wird als eine minderwertige Salbung mit zeitlich begrenzter Wirksamkeit betrachtet.
# Nicht-Wissenden dürfen den Sanktuarbereich eines Wissenden-Tempels nur betreten, wenn sie das '''Chrisam der vorübergehenden Erlaubnis''' erhalten haben.
# '''Insulae''', Wohnhäuser, dürfen in einer Stadt nicht höher als eine bestimmte Höhe gebaut werden. Diese Höhenbeschränkung ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich.
# '''Insulae''' (Mietskasernen) dürfen in einer Stadt nicht höher als eine bestimmte Höhe gebaut werden, die von Stadt zu Stadt variiert.
# Das Gesetz schreibt vor, dass die zentrale Mülltonne in allen Insulae stets abgedeckt bleiben muss.
# Der zentrale Abfallbehälter in allen Insulae muss per Gesetz stets abgedeckt bleiben.
# Jede Person, die beim Tragen oder Besitz einer andersfarbigen Tunika ertappt wird, die umgedreht werden kann, um ihre Identität zu ändern, wird möglicherweise aufgespießt.
 
# [[Dar-Kosis]] ist eine gefürchtete und hoch ansteckende Krankheit, für die es kein Heilmittel gibt. Dar-Kosis gilt als heilig und es wird als Ketzerei angesehen, ihr Blut zu vergießen, obwohl sie gesteinigt werden können. Es gilt auch als Ketzerei, wenn man versucht, ein Heilmittel für diese Krankheit zu finden.
=== Verschiedene Vergehen ===
# Diejenigen, die sich die Krankheit zuziehen, werden per Gesetz als tot betrachtet (''Assassin of Gor'', S. 266). Eine Person, die an Dar-Kosis erkrankt, verliert also ihren gesamten Besitz, der dann entweder durch Testament oder durch die Erbschaftsgesetze vererbt wird.
 
# '''Diebstahl''' ist illegal und wird hart bestraft. In den meisten Städten wird das erste Vergehen mit einer Ohrkerbe bestraft. Die Strafen für weitere Vergehen variieren je nach Stadt und Geschlecht. In den meisten Städten wird eine freie Frau, die eines zweiten Vergehens für schuldig befunden wird, versklavt. Wird ein freier Mann eines zweiten Vergehens für schuldig befunden, verliert er oft eine Hand.
# Jede Person, die beim Tragen oder Besitz einer Tunika aufgegriffen wird, die mit einer anderen Farbe gefüttert ist und umgewendet werden könnte, um die Identität zu ändern, unterliegt der Pfählung.
# In Port Kar gibt es eine '''Diebeskaste''', die einzige ihrer Art auf Gor. Diebstahl ist in Port Kar immer noch illegal, obwohl die Strafen anders sind. Es ist legal, einen männlichen Dieb zu töten oder eine weibliche Diebin zu versklaven, wenn der Dieb innerhalb eines Ahn nach dem Diebstahl gefasst wird. Ist jedoch ein Ahn vergangen, muss der Dieb der Polizei des Arsenals zur Anhörung oder zum Prozess übergeben werden.
# '''[[Dar-Kosis]]''' ist eine gefürchtete und hochansteckende Krankheit ohne Heilung. Dar-Kosis gilt als heilig, und es wird als Ketzerei angesehen, das Blut Betroffener zu vergießen – obwohl sie gesteinigt werden dürfen. Es ist ebenfalls Ketzerei, eine Heilung zu suchen.
# Es gibt eine Methode zur Beilegung von Streitigkeiten, die als '''Ritus der Messer''' bezeichnet wird. Es handelt sich im Wesentlichen um einen Kampf auf Leben und Tod, der anstelle eines Gerichtsverfahrens eingesetzt wird. Der Kampf kann nur mit Dolchen stattfinden.
# ''„Diejenigen, die sich die Krankheit zuziehen, gelten per Gesetz als tot."'' (''Assassin of Gor'', S. 266) Eine Person, die Dar-Kosis bekommt, verliert all ihren Besitz, der dann testamentarisch oder nach den Intestatgesetzen vererbt wird.
# Die Adoption wird auf Gor legal praktiziert.
# '''Diebstahl''' ist illegal und wird hart bestraft. In den meisten Städten wird ein erstes Vergehen mit einer Einkerbung am Ohr geahndet. Bei einer freien Frau, die eines zweiten Vergehens schuldig befunden wird, folgt Versklavung. Bei einem freien Mann wird ihm oft eine Hand entfernt. Für ein drittes Vergehen kann ein Mann die andere Hand verlieren, oder in manchen Rechtsprechungen die andere Hand und beide Füße.
# Waldbrände gelten als schreckliche Katastrophen, und die Strafe für jeden, der ein solches Feuer legt, ist es, lebendig verbrannt zu werden.
# In [[Port Kar]] gibt es eine [[Kaste der Diebe|Diebes-Kaste]], die einzige ihrer Art auf Gor. Diebstahl ist dort noch immer illegal, aber die Strafen unterscheiden sich. Es ist legal, einen männlichen Dieb zu töten oder eine weibliche Diebin zu versklaven, wenn der Dieb innerhalb eines Ahn nach dem Diebstahl gefasst wird. Nach Ablauf eines Ahn muss der Dieb der Arsenal-Polizei zur Anhörung übergeben werden. Ein schuldig befundener männlicher Dieb wird zu Zwangsarbeit verurteilt, eine weibliche Diebin zum Dienst in einem Strafbordell – jeweils für einen Zeitraum von einer Woche bis zu einem Jahr.
# Es ist verboten, die Bohnen, die zur Herstellung von [[Schwarzwein]] verwendet werden, aus dem Gebiet von [[Thentis]] zu schmuggeln.
# Der '''Ritus der Messer''' ist eine Methode der Streitbeilegung – im Wesentlichen ein Kampf auf Leben und Tod anstelle eines Prozesses, möglicherweise nur mit Dolchen.
# Es ist das Recht aller Menschen, ob frei oder Sklave, die [[Stabilisierungsseren]] zu erhalten, die goreanische Lebensverlängerung. Dies ist möglicherweise eines der einzigen Rechte, die ein Sklave besitzt.
# '''Adoption''' wird auf Gor rechtlich praktiziert.
# Waldbrände gelten als schreckliche Katastrophen, und die Strafe für denjenigen, der ein solches Feuer verursacht, ist der Tod durch Verbrennen bei lebendigem Leib.
# Es ist illegal, die Bohnen für [[Schwarzer Wein|Schwarzen Wein]] aus dem Territorium von [[Thentis]] zu schmuggeln, da sie nur dort angebaut werden.
# Es ist das Recht aller Personen, frei oder versklavt, die '''[[Stabilisationsserum|Stabilisierungsseren]]''' zu erhalten – die goreanische Lebensverlängerungsbehandlung. Dies ist möglicherweise eines der wenigen Rechte, die ein Sklave besitzt.


== Sklaverei ==
== Sklaverei ==
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=== Grundlagen der Sklaverei ===
=== Grundlagen der Sklaverei ===


# Nach dem Gesetz ist die [[Sklavenkaste]] eine Unterkaste der Handelskaste. Die Sklavenkaste zieht es jedoch oft vor, sich als eigene Kaste zu betrachten.
# Per Gesetz ist die [[Kaste der Sklavenhändler|Sklavenhändler-Kaste]] eine Unterkaste der Händler-Kaste, obwohl sie sich selbst oft als eigene Kaste betrachtet.
# Jede Person, ob männlich oder weiblich, ist potentiell versklavbar. Obwohl Frauen eher versklavt werden, können auch Männer durch Gefangennahme oder ein Gerichtsverfahren versklavt werden. Die Wahrscheinlichkeit, versklavt zu werden, ist bei Frauen etwa zehnmal höher als bei Männern.
# Jede Person, männlich oder weiblich, kann versklavt werden. Obwohl Frauen häufiger versklavt werden, können auch Männer durch Gefangennahme oder Rechtsverfahren versklavt werden. Frauen werden etwa zehnmal häufiger versklavt als Männer.
# Auf Gor gibt es zwei grundlegende Rechtsstellungen: frei und Sklave. Solange du nicht rechtmäßig besessen wirst, giltst du technisch gesehen als frei, auch wenn du ein Gefangener oder Geächteter bist. Als freier Mensch besitzt man gesetzliche Rechte, die Sklaven nicht haben.
# Es gibt auf Gor zwei grundlegende Rechtsstatus: '''frei''' und '''versklavt'''. Solange man nicht rechtlich im Besitz einer anderen Person ist, gilt man als technisch frei – selbst als Gefangener, Gefangener oder Geächteter.
# Nach dem Handelsrecht gilt eine Person als Gefangener und nicht als Sklave, solange sie nicht gebrandmarkt oder mit einem [[Halsband]] versehen wurde oder eine Geste der Unterwerfung vollzogen hat.
# Nach dem Handelsrecht gilt eine Person als Gefangener und nicht als Sklave, solange sie nicht gebrandmarkt, mit einem Halsband versehen oder eine Geste der Unterwerfung vollzogen hat.
# Rechtlich gesehen werden Sklaven als Eigentum betrachtet, auf der gleichen Stufe wie Haustiere. Ihr Besitzer kann mit ihnen machen, was er will, ohne dass es zu Konsequenzen kommt. Ein Besitzer kann seinen eigenen Sklaven sogar ungestraft verstümmeln oder töten.
# Rechtlich gelten Sklaven als Eigentum, auf derselben Stufe wie Haustiere. Ihr Besitzer darf alles mit ihnen tun, ohne Konsequenzen – einschließlich Verstümmelung oder Tötung. Die Macht über den eigenen Sklaven ist absolut.
# Sklaven dürfen nichts besitzen. Auch wenn sie Güter benutzen dürfen, besitzen sie diese nicht. Diese Gegenstände bleiben Eigentum des Sklavenhalters. Ganz gleich, welche Geschenke ein Sklave erhält, er kann sie nicht besitzen.
# Sklaven dürfen nichts besitzen. Selbst Güter, die sie benutzen, gehören ihnen nicht, sondern ihrem Besitzer. Auch Geschenke, die ein Sklave erhält, gehören dem Besitzer.
# Ein Sklave besitzt nicht einmal seinen eigenen Namen. Sein Besitzer kann seinen Namen nach Belieben und so oft er will ändern. In der Tat ist aus der Sicht des Goreaners eines der schrecklichsten Dinge an der Sklaverei, dass man seinen Namen verliert (''Outlaw of Gor'', S. 197).
# Ein Sklave besitzt nicht einmal seinen eigenen Namen. Der Besitzer kann den Namen nach Belieben und so oft er möchte ändern. ''„Aus goreanischer Sicht ist eines der schrecklichsten Dinge an der Sklaverei, dass man seinen Namen verliert."'' (''Outlaw of Gor'', S. 197)
# Kein Mitglied der [[Kaste der Spieler]], Musiker, Dichter oder Sänger darf innerhalb der Grenzen einer Stadt versklavt werden. Sie sind jedoch nicht vor Strafverfolgung immun. Sie können immer noch verhaftet, eingekerkert, gefoltert und hingerichtet werden.
# Kein Mitglied der Spieler-, Musiker-, Dichter- oder Sänger-Kaste darf innerhalb der Stadtgrenzen versklavt werden. Sie können dennoch verhaftet, eingesperrt, gefoltert und hingerichtet werden – sie sind lediglich immun gegen Versklavung. ''„Es gibt ein Sprichwort, dass jener, der Musik macht, wie der Tarn und die Vosk-Möwe, frei sein muss."'' (''Kajira of Gor'', S. 298)


=== Gefangennahme und Eigentum ===
=== Gefangennahme und Eigentumsrechte ===


# Die Institution der '''Gefangennahme von Frauen''' wird von den meisten Städten respektiert, sofern die gefangenen Frauen einem Feind angehören. Das Thema „Recht auf Gefangennahme" bezieht sich auf alle Formen von Eigentum, einschließlich Sklaven. Der aktive Besitz wird vom Gesetz als entscheidend angesehen.
# Die Institution der '''Gefangennahme von Frauen''' wird von den meisten Städten anerkannt, vorausgesetzt, die gefangenen Frauen gehören einem Feind. Das Thema '''Gefangennahmerechte''' betrifft alle Formen von Eigentum, einschließlich Sklaven. Tatsächlicher Besitz wird vom Gesetz als entscheidend angesehen – Diebstahl und Gefangennahme verleihen bestimmte Rechte über das Eigentum.
# Eine Sklavin muss jedem, der sie besitzt, vollständig dienen, auch einem Dieb oder Entführer. Versucht die Sklavin, ihrem Dieb oder Fänger zu entkommen, wird sie als Ausreißerin betrachtet. Freien Frauen ist die Flucht vor einem Entführer erlaubt, solange sie noch nicht versklavt worden sind.
# Ein Sklave muss jedem, der ihn besitzt, vollständig dienen – selbst einem Dieb oder Entführer. Versucht der Sklave, vor seinem Dieb oder Entführer zu fliehen, gilt er als Ausreißer. Freie Frauen dürfen einem Entführer entkommen, solange sie noch nicht versklavt wurden.
# Wenn ein verlorener, gestohlener oder entlaufener Sklave von einer anderen Person ergriffen wird, hat der ursprüngliche Eigentümer nur eine Woche Zeit, um sein Eigentum wiederzuerlangen, bevor der Rechtsanspruch auf den neuen Eigentümer übergeht. Dies bezieht sich wahrscheinlich auf eine goreanische Woche, die nur fünf Tage lang ist.
# Wenn ein verlorener, gestohlener oder entlaufener Sklave von einer anderen Person aufgenommen wird, hat der ursprüngliche Eigentümer nur '''eine Woche''' Zeit, sein Eigentum zurückzugewinnen, bevor der Rechtstitel auf den neuen Besitzer übergeht. Dies bezieht sich wahrscheinlich auf eine goreanische Woche, die nur fünf Tage umfasst.
# Eine Person, die im Besitz eines gestohlenen Sklaven ist, kann nicht verurteilt werden, wenn sie wirklich nicht weiß, dass der Sklave gestohlen wurde.
# Eine Person, die einen gestohlenen Sklaven in Besitz hat, wird möglicherweise nicht verurteilt, wenn sie wirklich nicht wusste, dass der Sklave gestohlen war.


=== Unterwerfung und Versklavung freier Frauen ===
=== Wege in die Sklaverei ===


# Wenn eine gefangene freie Frau sich ihrem Entführer unterwirft, wird sie seine Sklavin. Im Rahmen des Rechts auf Gefangennahme ist das Gesetz in diesem Punkt eindeutig (''Players of Gor'', S. 21).
# Wenn eine gefangene freie Frau sich ihrem Entführer unterwirft, wird sie seine Sklavin. ''„Es war im Rahmen seiner Gefangennahmerechte, dass sie, als freie Frau, aus freiem Willen eine Formel der Versklavung über sich aussprach."'' (''Players of Gor'', S. 21) Das Gesetz ist in diesem Punkt eindeutig.
# Eine freie Frau, die sich einem bestimmten Mann unterwirft, kann eine Sklavin werden oder auch nicht, wenn es sich nicht um eine Gefangennahme handelt. Dies hängt von den Gesetzen der Stadt ab. In einigen Städten kann sich eine Frau nicht mit rechtlicher Anerkennung einem bestimmten Mann als Sklavin unterwerfen. In diesen Städten macht sich die Frau also selbst zur Sklavin, und zwar bedingungslos.
# Eine freie Frau, die sich einem bestimmten Mann unterwirft, ohne dass eine Gefangennahme vorliegt, wird je nach Stadtrecht möglicherweise Sklavin. In manchen Städten ist eine solche Unterwerfung an einen bestimmten Mann nicht rechtlich anerkannt – die Frau macht sich bedingungslos zur Sklavin, und es liegt dann am Mann, ob er sie als Sklavin annimmt. (''Players of Gor'', S. 21)
# In den meisten Städten kann sich dagegen eine freie Frau mit gesetzlicher Duldung einem bestimmten Mann als Sklavin unterwerfen. Lehnt er sie ab, so ist sie noch frei. Nimmt er sie an, so ist sie kategorisch eine Sklavin, und er kann mit ihr machen, was er will (''Players of Gor'', S. 21).
# In anderen Städten – und in den meisten – darf eine freie Frau sich rechtlich als Sklavin einem bestimmten Mann unterwerfen. Lehnt er sie ab, bleibt sie frei. Nimmt er sie an, ist sie unwiderruflich Sklavin, und er darf mit ihr tun, was er will – sie sogar verkaufen, verschenken oder töten. (''Players of Gor'', S. 21)
# In einigen Städten bewirkt eine freie Frau, die vor einem Mann kniet oder ihn mit „Herr" anredet, eine rechtliche Bindung an sich selbst. Solche Handlungen werden als Gesten der Unterwerfung betrachtet.
# In manchen Städten bewirkt eine freie Frau, die vor einem Mann kniet oder ihn als Meister anspricht, ihre rechtliche Versklavung, da solche Handlungen als Gesten der Unterwerfung gelten.
# Eine freie Frau kann sich in die Sklaverei verkaufen. Aber wenn der Verkauf abgeschlossen ist, kann die Frau ihn nicht mehr widerrufen.
# Eine freie Frau kann sich selbst in die Sklaverei verkaufen. Sobald der Verkauf abgeschlossen ist, kann die Frau ihn nicht mehr widerrufen.
# Das '''[[Couching-Gesetz]]''' besagt: Jede freie Frau, die mit dem Sklaven eines anderen zusammen ist oder sich bereit macht, mit dem Sklaven eines anderen zusammen zu sein, wird selbst zur Sklavin und zur Sklavin des Sklavenhalters (''Magicians of Gor'', S. 7). Dies gilt in Ar, obwohl es auch von anderen Städten übernommen worden sein könnte. Das Couching-Gesetz hindert eine Frau nicht daran, Sex mit einem Sklaven zu haben, den sie besitzt. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass ein Verstoß vorliegen kann, auch wenn es nie zu tatsächlichem Sex kommt. Spezielle '''Verführungssklaven''' werden von einigen Sklavenhaltern eingesetzt, um freie Frauen in die Falle zu locken. [[Milo]] aus ''Magicians of Gor'' ist ein Paradebeispiel für einen Verführungssklaven.
# ''„Und doch war es nichts Ungewöhnliches, besonders nicht auf Gor, wo Tapferkeit hoch geschätzt wird und das Retten des Lebens einer Frau praktisch bedeutet, einen Anspruch darauf zu erwerben, denn es ist das Vorrecht eines goreanischen Mannes, jede Frau zu versklaven, deren Leben er gerettet hat."'' (''Priest-Kings of Gor'', S. 161) Ob dies in Stadtrecht kodifiziert ist oder nur als Brauch existiert, ist unklar.
# Wenn ein Vater seine Schulden nicht bezahlen kann, wird seine Tochter zu einer Sklavin des Staates. Sie wird dann auf einer öffentlichen Auktion zum Verkauf angeboten.
# Eine freie Frau kann eine Form des '''begrenzten Selbstvertrags''' eingehen, bei dem sie für einen bestimmten Zeitraum – üblicherweise von einer Nacht bis zu einem Jahr – rechtlich zur Sklavin wird. Sie kann diesen Vertrag nicht vorzeitig beenden. Diese vertragliche Regelung wirft zahlreiche Rechtsfragen auf, die in den Büchern nicht beantwortet werden.
# Eine freie Frau, die ihre eigenen Schulden nicht bezahlen kann, wird versklavt. Nach den '''Ablösungsgesetzen''' kann eine Person die Schulden der Frau bezahlen und somit Anspruch auf ihr Eigentum erheben.
# Es gibt kein Gesetz, das besagt, dass ein Mann eine freie Frau seines Heimatsteins versklaven darf, weil sie ihn beleidigt oder nicht respektiert hat.
# Freie Frauen können rechtlich versklavt werden, wenn sie ein „Verhalten an den Tag legen, das auf die Eignung für den Kragen hinweist". Die häufigste Anwendung dieses Grundsatzes erfolgt in Bereichen wie Betrug und Diebstahl. Andere Anwendungsfälle sind Bedürftigkeit, Landstreicherei, Prostitution und das Ausleben von sinnlichem Tanz (''Renegades of Gor'', S. 372). Dieser Grundsatz bezieht sich nur auf Handlungen und nicht auf Gedanken.
# Es ist illegal für eine Person, einer freien Frau ein Halsband anzulegen, weil sie ein solches Verhalten an den Tag legt. Freie Frauen, die gegen diesen Rechtsgrundsatz verstoßen haben, müssen vor einen Magistrat oder Richter gebracht werden.
# [[Erdenmädchen]] haben keinen Heimatstein, so dass es keine Rechtsgrundlagen gibt, die ihre Gefangennahme und Versklavung verhindern.
# Eine freie Frau kann eine Form von begrenztem '''Selbstkontrakt''' eingehen, bei dem sie für einen bestimmten Zeitraum, in der Regel zwischen einer Nacht und einem Jahr, rechtmäßig zur Sklavin wird. Sie kann diesen Vertrag nicht vor Ablauf der festgelegten Zeitspanne beenden. Sobald der Vertrag in Kraft tritt, ist sie eine Sklavin ohne jegliche rechtliche Befugnisse. Diese merkwürdige vertragliche Regelung wird nicht sehr detailliert beschrieben und wirft zahlreiche rechtliche Probleme auf.
# Auf Gor wird Tapferkeit hoch geschätzt, und die Rettung eines weiblichen Lebens kann gleichbedeutend mit der Erlangung des Eigentumsrechts sein. Ein goreanischer Mann hat die Möglichkeit, eine Frau, der er das Leben gerettet hat, zu versklaven, ein Recht, das selbst von Bürgern der Stadt oder der Familie nur selten verweigert wird (''Priest-Kings of Gor'', S. 161). Es ist nicht bekannt, ob dies im Stadtrecht kodifiziert ist oder ob es einfach als Brauch existiert.


=== Rechtliche Folgen der Versklavung ===
=== Rechtliche Folgen der Versklavung ===


# Das Halsband hat nach goreanischem Recht die Vergangenheit aufgehoben. Wenn eine Person versklavt wird, beginnt sie ein neues Leben als Sklave und kann nicht für Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, die begangen wurden, während sie frei war.
# Nach dem Gesetz von [[Tharna]] ist ein Kind, das von einem freien Menschen mit einer anderen freien Person gezeugt wurde, frei, selbst wenn es später von einer Sklavin ausgetragen und geboren wird. Daher wurden Sklavinnen oft vorübergehend zum Zwecke der Empfängnis freigelassen und anschließend wieder versklavt.
# Das Eigentum einer versklavten Person wird auf den nächsten männlichen Verwandten oder den nächsten Verwandten, wenn es keinen männlichen Verwandten gibt, oder auf die Stadt oder einen Vormund übertragen. Selbst wenn der Sklave später freigelassen wird, kann sein Eigentum nicht wiedererlangt werden.
# ''„Der Kragen tilgte per goreanischem Gesetz die Vergangenheit."'' – Wenn eine Person versklavt wird, beginnt sie ein neues Leben als Sklave und kann nicht für Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, die während ihrer Freiheit begangen wurden.
# Ein Kind, das von einer Sklavin geboren wird, wird zu einer Sklavin und gehört dem Eigentümer der Mutter. Der Schlüssel zu diesem Gesetz ist der Status der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt, nicht der Empfängnis.
# Der Besitz einer Person, die versklavt wird, geht auf den nächsten männlichen Verwandten über oder, falls keiner existiert, auf den nächsten Verwandten, die Stadt oder einen Vormund. Selbst wenn der Sklave später befreit wird, kann sein Besitz niemals wiederhergestellt werden.
# Nach dem Gesetz von [[Tharna]] ist eine Person, die von einer freien Person bei einer anderen freien Person gezeugt wird, eine freie Person, auch wenn sie später von einer Sklavin ausgetragen und geboren wird. So wurden Sklaven oft vorübergehend zum Zweck der Empfängnis freigelassen.
# Ein Kind, das von einer Sklavin geboren wird, wird Sklave und gehört dem Besitzer der Mutter. Entscheidend ist der Status der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt, nicht der Empfängnis.
# Nach den Empfehlungen des Handelsrechts gibt es drei Standardmarkierungsstellen für [[Brandzeichen]]: am linken Oberschenkel, am rechten Oberschenkel und am linken Unterleib. Sklaven können jedoch an jeder beliebigen Stelle ihres Körpers gebrandmarkt werden.
# Nach dem Handelsrecht gibt es drei standardmäßige '''Brandmarkungsstellen''': am linken Oberschenkel, rechten Oberschenkel und linken Unterbauch. Sklaven können jedoch an jeder Körperstelle gebrandmarkt werden.
# Es ist illegal, einen Sklaven, der nicht der eigene ist, ohne die Erlaubnis des Besitzers zu verkaufen. Ist der Verkäufer ein Mann, so ist die Strafe Verbannung, ist der Verkäufer eine Frau, so ist die Strafe Versklavung.
 
# Es ist illegal, einen nicht gekennzeichneten Sklaven öffentlich zum Verkauf anzubieten.
=== Sklavenhandel ===
# Es ist illegal, eine Sklavin als rothaarig zu verkaufen, wenn sie es in Wirklichkeit nicht ist.
 
# Es ist eine Straftat, die Abstammungspapiere eines Sklaven zu fälschen oder zu verfälschen.
# Es ist illegal, einen Sklaven, der einem nicht gehört, ohne Erlaubnis des Eigentümers zu verkaufen. Die Strafe variiert nach Geschlecht des Verkäufers: Für einen Mann Verbannung, für eine Frau Versklavung.
# In einigen Städten kann eine Bescheinigung über den Brunstgrad einer Sklavin ausgestellt werden. Ihr Brunstgrad wird in den Verkaufsunterlagen aufgeführt.
# Es ist illegal, einen ungebrandmarkten Sklaven in einem öffentlichen Verkauf anzubieten.
# Es ist illegal, eine Sklavin als rothaarig zu verkaufen, wenn sie es nicht wirklich ist.
# Die Fälschung oder Verfälschung von '''Abstammungspapieren''' eines Sklaven ist ein schweres Verbrechen. Solche Papiere können Informationen über Brandzeichenart, verschiedene Maße, Ausbildungsarten, Verkaufsvermerke und eine Anmerkungssektion enthalten.
# In bestimmten Städten kann eine Bescheinigung über den '''Grad der Leidenschaft''' einer Sklavin ausgestellt werden, der in den Verkaufsdokumenten vermerkt wird.


=== Pflichten und Verbote für Sklaven ===
=== Vergehen und Strafen für Sklaven ===


# Eine Sklavin muss unter Androhung von Folter und Pfählung alle Misshandlungen erdulden, die ein freier Mensch ihr zufügen will.
# Ein Sklave muss unter Androhung von Folter und Pfählung jede Behandlung erdulden, die ein freier Mensch ihm zufügen will.
# Jede freie Person kann einen ungehorsamen oder fehlbaren Sklaven züchtigen, auch wenn er nur im Geringsten unangenehm ist. Wird der Sklave getötet oder verletzt, muss die freie Person nur dem Herrn eine Entschädigung zahlen, und auch nur dann, wenn der Herr eine solche Entschädigung verlangt (''Magicians of Gor'', S. 330).
# Jeder freie Mensch darf einen unverschämten oder fehlerhaften Sklaven disziplinieren. Wird der Sklave dabei getötet oder verletzt, muss der Freie nur Entschädigung an den Besitzer zahlen – und auch nur, wenn dieser sie verlangt. Dies gibt allerdings kein Recht, den Sklaven eines anderen zu verletzen oder zu töten, sondern legt lediglich die Strafe für einen solchen Verstoß fest.
# Wenn ein Sklave eine freie Person schlägt, ist die Strafe in der Regel der Tod durch Aufspießen, dem eine lange Folter vorausgeht.
# Wenn ein Sklave eine freie Person schlägt, ist die Strafe üblicherweise Tod durch Pfählung, dem langwierige Folter vorausgeht.
# Es ist ein Kapitalverbrechen, wenn ein Sklave eine Waffe führt. Die Definition dessen, was eine Waffe ist, ist unklar.
# Es ist ein Kapitalverbrechen für einen Sklaven, eine Waffe zu führen. Die Definition dessen, was als Waffe gilt, ist unklar – Sklaven dürfen Rasiermesser und Messer für Haushaltsarbeiten benutzen, aber der Versuch, sie als Waffen zu verwenden, wäre strafbar.
# Es ist ein Kapitalverbrechen, wenn ein Sklave die Kaste beansprucht.
# Es ist ein Kapitalverbrechen für einen Sklaven, eine Kastenzugehörigkeit zu beanspruchen.
# Es ist ein Kapitalverbrechen, wenn eine Sklavin das Gewand einer freien Frau trägt.
# Es ist ein Kapitalverbrechen für eine weibliche Sklavin, das Gewand einer freien Frau zu tragen.
# Es ist für eine Sklavin verboten, einen Schleier zu tragen.
# Es ist illegal für Sklaven, Schleier zu tragen.
# Ein männlicher Sklave kann erschlagen werden, wenn er eine freie Frau oder eine Sklavin ohne Erlaubnis berührt.
# Ein männlicher Sklave kann getötet werden, wenn er ohne Erlaubnis eine freie Frau oder eine weibliche Sklavin berührt.
# Wenn ein Sklave es versäumt, in Gegenwart einer freien Person niederzuknien, kann dies ein Kapitalverbrechen sein, insbesondere wenn der Sklave dies absichtlich versäumt.
# Wenn ein Sklave es versäumt, in Gegenwart einer freien Person zu knien, kann dies ein Kapitalverbrechen sein – besonders bei vorsätzlicher Unterlassung, wobei der Sklave zu Tode gefoltert werden kann.
# Sklaven dürfen kein Geld anfassen oder damit umgehen. Dies gilt nicht in allen Städten. In Ar zum Beispiel wurde mindestens einem prominenten Sklaven, Milo, Taschengeld gegeben.
# Sklaven dürfen kein Geld berühren oder handhaben. Dies gilt nicht in allen Städten – in Ar beispielsweise erhielt der prominente Sklave [[Milo]] Taschengeld.
# In Gerichtsverfahren kann die Aussage von Sklaven durch Folter erzwungen werden.
# In Gerichtsverfahren kann die Aussage von Sklaven durch Folter erzwungen werden, nach Ermessen der Gerichte.
# Wenn eine Sklavin von ihrem Besitzer wegläuft, ist das ein schweres Vergehen. Beim ersten Vergehen ist die Strafe in der Regel eine schwere Tracht Prügel. Die Strafe für ein zweites Vergehen ist in der Regel die Verhängung von Fesseln.
# Für einen Sklaven ist die Flucht vor seinem Besitzer ein schweres Vergehen. Für das erste Vergehen ist die Strafe üblicherweise eine schwere Züchtigung. Es gibt nur diese eine Chance – die Strafe für ein zweites Vergehen ist gewöhnlich die Kniesehnen-Durchtrennung.
# Sklaven dürfen die Stadttore nicht verlassen, es sei denn, sie werden von einer freien Person begleitet.
# Sklaven ist es nicht gestattet, die Stadttore ohne Begleitung einer freien Person zu passieren.
# Sklaven dürfen sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf den Straßen der Stadt aufhalten.
# Sklaven dürfen sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht auf den Stadtstraßen aufhalten.
# Sklaven sind in Tempeln nicht erlaubt. Es wird befürchtet, dass sie sie verunreinigen würden.
# Sklaven ist der Zutritt zu Tempeln nicht gestattet, da man glaubt, sie würden ihn entweihen.
# Es ist für Sklaven verboten, [[Kaissa]] zu spielen. Es gilt als Beleidigung für freie Männer, wenn ein Sklave die Figuren auch nur berührt. Einem Sklaven können die Hände abgehackt oder er getötet werden, wenn er die Kaissastücke unerlaubt berührt.
# Es ist illegal für Sklaven, [[Kaissa]] zu spielen. Es gilt als Beleidigung freier Menschen – nicht nur, dass ein Sklave spielt, sondern auch, dass er die Spielsteine berührt. Einem Sklaven könnten die Hände abgehackt werden, oder er könnte getötet werden, wenn er ohne Erlaubnis Kaissa-Steine berührt.
# Das Verbrechen des '''falschen Nachgebens''' ist ein Kapitalverbrechen. Es wird als leicht zu erkennen angesehen, da es unfehlbare physiologische Zeichen gibt.
# Das Verbrechen der '''falschen Unterwerfung''' ist ein Kapitalverbrechen. Es gilt als leicht zu erkennen, durch unfehlbare physiologische Zeichen.
# Sklavinnen müssen innerhalb der Stadtgrenzen ein sichtbares Zeichen ihrer Sklaverei tragen. Männliche Sklaven sind in der Regel von diesem Gesetz ausgenommen, da man davon ausgeht, dass es nicht von Vorteil wäre, ihre wahre Zahl zu kennen.
# Weibliche Sklaven müssen innerhalb der Stadtgrenzen ein sichtbares Zeichen ihrer Sklaverei tragen. Männliche Sklaven sind gewöhnlich davon befreit, da es als nachteilig erachtet wird, wenn männliche Sklaven ihre tatsächliche Anzahl erkennen – es gibt Sorgen vor Sklavenaufständen.
# Sklaven ist es nicht erlaubt, etwas zu bauen. Dieses Recht ist nur den freien Menschen vorbehalten. Port Kar ist jedoch eine Ausnahme, da es die einzige Stadt ist, die von Sklaven gebaut wurde.
# Sklaven dürfen nichts bauen. Dieses Recht ist ausschließlich freien Menschen vorbehalten. Port Kar ist die einzige Ausnahme, da es die einzige Stadt ist, die von Sklaven erbaut wurde.
# Es ist illegal für Sklaven, juristische Dokumente zu berühren oder zu handhaben.
# Es ist illegal für Sklaven, Rechtsdokumente zu berühren oder zu handhaben.
# Sklaven dürfen keine freien Menschen unterrichten. Wenn sie jemanden unterrichten, stehen sie in deiner Schuld, und einem Sklaven kann nichts geschuldet werden.
# Sklaven dürfen freie Menschen nicht unterrichten. Durch das Unterrichten wird jemand in die Schuld des Lehrenden gestellt, und einem Sklaven kann nichts geschuldet werden.
# Ein Sklave darf eine freie Frau nicht auslachen und kann für eine solche Handlung ausgepeitscht werden.
# Ein Sklave darf eine freie Frau nicht auslachen und kann für eine solche Handlung ausgepeitscht werden.
# Die unerlaubte Vergewaltigung von Sklavinnen ohne die Erlaubnis ihres Herrn ist offiziell verpönt und in einigen Städten sogar illegal, wird aber oft ignoriert.
# Die '''unbefugte Vergwaltigung von Sklavinnen''' (ohne Erlaubnis des Meisters) ist offiziell verpönt und in manchen Städten illegal, wird aber häufig ignoriert. Solche Handlungen sind in Bauerndörfern nicht ungewöhnlich. Manchmal werden solche Handlungen sogar gefördert. Dies geschieht möglicherweise, um die natürlichen Aggressionen männlicher Jugendlicher zu zügeln, die andernfalls zu destruktivem Verhalten führen könnten. Es kann auch ein Mittel sein, um die Entwicklung zur Männlichkeit zu fördern und freie Frauen vor deren Annäherungsversuchen zu schützen. Sklavenbesitzer, die sich wirklich Sorgen machen, sollten ihre Sklaven drinnen halten oder ihnen Eisengürtel anlegen.
# Sklaven dürfen nicht auf Stühlen sitzen und können dafür ausgepeitscht oder erschlagen werden.
# Sklaven dürfen nicht auf Stühlen sitzen und können für solch ein Vergehen ausgepeitscht oder getötet werden.
# Freigelassene Sklaven benötigen eine ausdrückliche Freilassungsurkunde, sonst können sie wieder versklavt werden, ohne dass dies Konsequenzen hat.
# Freigelassene Sklaven benötigen ausdrückliche '''Freilassungsurkunden''', andernfalls können sie ohne Konsequenzen erneut versklavt werden. Sklaven, die gebrandmarkt oder deren Ohren durchbohrt wurden und die später freigelassen werden, sollten ihre Papiere stets bei sich tragen.
 
== Verschiedenes ==
 
# In [[Tharna]], vor der Revolution, wurde jeder Nicht-Bürger, der sich länger als zehn Ahn in der Stadt aufhielt, versklavt. Keine Warnung vor diesem Gesetz wurde erteilt, und Unwissenheit war keine Verteidigung.
# In Tharna, nach der Revolution, muss jede freie Frau, die als Nicht-Bürgerin die Stadt betritt, vorübergehend Sklavenhalsbänder, Sklaventuniken und Leinen tragen, solange sie in der Stadt bleibt.
# In Port Kar gilt: Wenn man einen Mann im fairen Kampf besiegt und ihm dann den '''Tod des Blutes und der See''' gewährt, gehen alle seine Besitztümer an den Sieger über. Im Wesentlichen erlaubt man dem Besiegten, [[Thassa]] zu sehen, bevor er stirbt. So erwarb [[Tarl Cabot]] sein anfängliches Vermögen, als er in Port Kar ankam.
# Port Kar besitzt mehrere Reservate in den nördlichen Wäldern, um Anspruch auf deren Holz erheben zu können. Illegales Fällen oder illegale Beweidung wird bestraft.
# In der Hafenstadt [[Schendi]] wird manchmal ein '''Krummsäbel der Disziplin''' verwendet, um die Füße eines Sklaven abzutrennen, die in einem Knöchelgestell eingeschlossen sind.
# In der Stadt [[Tor]] wird Diebstahl sehr streng bestraft. Bei einem ersten Vergehen wird einem männlichen Dieb die rechte Hand abgetrennt, während eine weibliche Diebin versklavt wird.
# In der [[Tahari]]-Region ist die Zerstörung einer Wasserquelle ein schreckliches Vergehen – wahrscheinlich das abscheulichste Verbrechen in dieser Gegend.
# In [[Torvaldsland]] kann man, wenn man jemanden tötet, mit einem '''Wergeld''' belegt werden – einem Preis, der als Entschädigung für den Tod gezahlt werden muss. Die Höhe wird im Allgemeinen von der Familie des Opfers festgesetzt.
# In Torvaldsland gibt es eine '''Wahrheitsprobe''': Ein Mann muss zwei rotglühende Metallstangen halten und sie eine Strecke von zwanzig Fuß tragen. Das Buch erklärt nicht, was genau bestimmt, ob er ehrlich ist – ob es lediglich die Bewältigung der Aufgabe ist oder ob die Hände daraufhin untersucht werden, ob die Person verbrannt ist oder nicht.
# In den äquatorialen Regionen unter der Hegemonie von Bila Huruma werden Gebiete des [[Ushindi-See]]s zur Bestrafung von Verbrechern genutzt. In Gebieten, in denen viele Tharlarion bekannt sind, wurden hohe Pfähle ohne Plattformen im Wasser aufgestellt. Verbrecher werden auf diese Pfähle gesetzt, um sich für eine bestimmte Zeit daran festzuklammern – können sie sich nicht halten, fallen sie den Tharlarion zum Opfer.
 
== Abschließende Hinweise ==


== Verschiedene Gesetze einzelner Städte und Regionen ==
Das goreanische Rechtssystem ist ein komplexes Geflecht aus Stadtrecht, Handelsrecht und Kastenregeln. Es spiegelt die grundlegende goreanische Philosophie wider, dass Recht und Ordnung letztlich auf Macht beruhen – auf dem Willen der Herrschenden und der Fähigkeit, Gesetze durchzusetzen. Viele der hier aufgeführten Gesetze mögen für irdische Maßstäbe hart oder ungewöhnlich erscheinen, doch sie sind fest in der goreanischen Kultur und ihren Wertvorstellungen verankert.


# In [[Tharna]] wurde vor der Revolution jeder Nicht-Bürger, der länger als zehn Ahn in der Stadt blieb, versklavt. Die Eintretenden wurden nicht vor diesem Gesetz gewarnt, und Unkenntnis des Gesetzes war keine Verteidigung.
Weitere verwandte Themen werden unter anderem in den Schriftrollen über [[Schriftrolle01|die Grundlagen Gors]], über [[Schriftrolle03|Sklaverei]] sowie über das [[Schriftrolle05|Kastensystem]] behandelt.
# In Tharna müssen nach der Revolution alle freien Frauen, die die Stadt betreten und keine Bürger sind, vorübergehend Sklavenhalsbänder, Sklaventuniken und Leinen anlegen, solange sie in der Stadt bleiben.
# Wenn du in der Stadt [[Port Kar]] einen Mann in einem fairen Kampf besiegst und ihm dann den Tod durch Blut und Meer erlaubst, gehen alle seine Besitztümer in deinen Besitz über. Im Grunde genommen erlaubst du dem Opfer, [[Thassa]] zu sehen, bevor es stirbt. Auf diese Weise erwarb [[Tarl Cabot]] sein erstes Vermögen, als er in Port Kar ankam.
# Port Kar besitzt mehrere Reservate in den nördlichen Wäldern, damit sie ihr Holz einfordern können. Sie bestrafen jeden, der sich am illegalen Holzeinschlag oder an der Beweidung beteiligt.
# In der Hafenstadt [[Schendi]] wird manchmal ein „Krummsäbel der Disziplin" benutzt, um einem Sklaven die Füße abzutrennen, die in einer Fußfessel eingesperrt waren.
# In der Stadt [[Tor]] werden Diebstähle sehr streng geahndet. Beim ersten Vergehen wird einem männlichen Dieb die rechte Hand abgeschlagen, während eine weibliche Diebin versklavt wird.
# In der Region [[Tahari]] ist die Zerstörung einer Wasserquelle ein schreckliches Vergehen, wahrscheinlich das abscheulichste Verbrechen in diesem Gebiet.
# In [[Torvaldsland]] kann man bei der Tötung einer Person mit einem '''Wergild''' belegt werden, einem Preis, der als Entschädigung für den Tod gezahlt werden muss. Die Höhe des Wergilds wird im Allgemeinen von der Familie des Opfers festgelegt.
# In Torvaldsland gibt es eine Prüfung, um festzustellen, ob jemand die Wahrheit sagt. Ein Mann muss zwei glühend heiße Metallstangen in der Hand halten und sie eine Strecke von zwanzig Fuß tragen. Ob die Ehrlichkeit an der bloßen Fähigkeit zur Bewältigung der Aufgabe oder am Zustand der Hände gemessen wird, bleibt unklar.
# In den äquatorialen Regionen, die unter der Herrschaft von [[Bila Huruma]] stehen, werden Bereiche des [[Ushindi-See|Ushindi-Sees]] zur Bestrafung einiger Verbrecher genutzt. In den Gebieten, in denen es bekanntermaßen viele [[Tharlarion]] gibt, sind hohe Pfähle im Wasser aufgestellt worden. Diese Pfähle haben keine Plattformen. Die Verbrecher werden auf diese Pfähle gesetzt, damit sie sich eine Zeit lang an ihnen festhalten. Wenn sie sich nicht festhalten können, stürzen sie in die Tharlarion.


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Aktuelle Version vom 31. Oktober 2026, 23:47 Uhr

Gesetze und Rechtsprinzipien - Schriftrolle Nr. 02

Diese Schriftrolle behandelt das goreanische Rechtssystem – von der Struktur der Gerichte über die verschiedenen Arten von Magistraten bis hin zu den einzelnen Gesetzen, die das Leben auf Gor regeln. Die hier dargestellten Gesetze, Rechtsgrundsätze und Riten gelten in verschiedenen goreanischen Städten, wobei nicht alle in jeder Stadt gleichermaßen Anwendung finden. Da Unwissenheit über ein Gesetz auf Gor in der Regel keine gültige Verteidigung darstellt, war es für jeden Goreaner unerlässlich, sich mit den Gesetzen jeder Stadt vertraut zu machen, die er besuchte.

„Zudem überlegte ich mir die Natur von Gesetzmäßigkeiten. Man neigt, wenn man naiv ist, dazu, jene Gesetzmäßigkeiten, mit denen man am vertrautesten ist, für die einzig möglichen zu halten. Diese Ansicht ist natürlich ganz und gar falsch. [...] Wie ich dort in der Dunkelheit lag, in meinen Ketten, und die Tatsächlichkeit und Einfachheit meiner Lage bedachte, [...] vermutete ich, dass meine gegenwärtige Situation keineswegs im Widerspruch zu Gesetzmäßigkeiten stand. Ich vermutete vielmehr, dass sie in voller und bewusster Übereinstimmung mit ihnen war." – Witness of Gor, S. 9

Rechtssysteme

In den Städten von Gor existieren zwei grundlegende Rechtssysteme: das der zivilen Regierung und das der Wissenden-Kaste. Die Zuständigkeitsbereiche dieser beiden Systeme sind mitunter unklar, obwohl die Wissenden in allen Angelegenheiten die oberste Autorität beanspruchen. Das tatsächliche Ausmaß der Beteiligung der Wissenden variiert jedoch von Stadt zu Stadt und hängt von der Macht der Kaste in der jeweiligen Stadt ab. Im Allgemeinen beanspruchen sie die Zuständigkeit in religiösen Angelegenheiten. Geringfügige zivile Belange werden von ihnen häufig ignoriert. Auch die Stärke der zivilen Regierung und deren Befassung mit bestimmten Angelegenheiten beeinflusst die Zuständigkeitsfragen.

Beide Gerichtssysteme verfügen über eigene Gebäude für ihre Rechtsangelegenheiten. Viele der Rechtsämter der zivilen Regierung befinden sich im weitläufigen Zentralzylinder, der üblicherweise der Regierungssitz ist. Daneben kann es einen Zylinder der Gerechtigkeit geben, in dem Verhandlungen und Bestrafungen stattfinden. Auf manchen dieser Zylinder – etwa in der Stadt Ar – befindet sich eine große Pfählungsspitze, die tatsächlich für Pfählungen verwendet wird. Zudem kann eine Stadt über einen Zylinder der Dokumente verfügen, in dem rechtliche und offizielle Dokumente sicher aufbewahrt werden. Die Wissenden haben ihre Rechtsämter in der Regel in ihren Tempeln.

Herrscher und Gesetzgebung

Innerhalb einer Stadt bestimmt die Art des Herrschers, wer der oberste Gesetzgeber ist. Die diktatorischen Formen wie ein Ubar, eine Ubara oder eine Tatrix besitzen die Macht, jedes Gesetz durch einfachen Erlass zu ändern. Ein Administrator hingegen verfügt nicht über solch absolute Macht – er muss eng mit dem Hohen Rat der Stadt zusammenarbeiten, um Gesetze zu verabschieden.

Trotz ihrer Machtfülle sind Ubar, Ubara und Tatrix aber ihren eigenen Gesetzen unterworfen. Verletzen sie ein Gesetz, können sie es nicht rückwirkend ändern, um die Verletzung zu vermeiden. Talena, Ubara von Ar in Magicians of Gor, versuchte genau das, als sie gegen das Beischlafgesetz von Ar verstieß – doch selbst als Ubara konnte sie das Gesetz nicht rückwirkend ändern.

Magistrate

In einer Stadt trifft man am häufigsten auf die Rechtsbeamten der zivilen Regierung. Diese werden allgemein als Magistrate bezeichnet, und es gibt verschiedene Arten von ihnen. Da Rechtsangelegenheiten offenbar in den Zuständigkeitsbereich der Schreiber-Kaste fallen, gehören die meisten Magistrate dieser Kaste an. So sind beispielsweise Rechtsanwälte eine Unterkaste der Schreiber. Magistrate tragen häufig besondere Roben und Fillets (Bänder), um ihr Amt zu kennzeichnen. Sie können auch einen Amtsstab tragen, wobei einige dieser Stäbe verborgene Klingen enthalten. Magistrate können als Amtszeugen fungieren, die die Rechtmäßigkeit bestimmter Angelegenheiten bestätigen, und sie können in gewissen Rechtsfragen auch ohne förmliche Verhandlung entscheiden.

Arten von Magistraten

Zu den bekannten Magistratstypen auf Gor gehören Aedilen, Archonten, Praetoren, Präfekten und Quaestoren. Diese Bezeichnungen leiten sich von altgriechischen oder römischen Begriffen ab. Auch Henker sind auf Gor eine Art von Magistrat. Die genauen Pflichten der einzelnen Magistratstypen sind unklar, da die Bücher wenig Erklärung oder Detail liefern.

Ein als „Aktenbeamter" bekanntes Individuum wird auch als „Archon" der Akten bezeichnet, was darauf hindeutet, dass ein Archon eine Art Beamter ist. Ein Archon mit Büro in Venna versuchte, die Eigentümer verlorener oder entlaufener Sklaven zu identifizieren. Die Sklaven wurden im Büro ausgestellt, und wenn die Eigentümer nicht ausfindig gemacht werden konnten, wurden sie versteigert. Ein Präfekt wurde beim Beglaubigen von Dokumenten mit einem Siegel gesehen, ähnlich einem Notar – er konnte auch eine rechtliche Versklavung vornehmen und eine Schuldnerin zur Sklavin erklären. Es gab einen Handelspraetor mit Zuständigkeit über das Handelsgericht, letztlich dem Hohen Rat unterstellt, der eine Lösegeldzahlung für eine freie Frau bestätigen konnte.

Handelsrecht

Das meiste goreanische Recht ist Stadtrecht, beschränkt auf jede einzelne Stadt. Es gibt jedoch eine Rechtsform, die über die verschiedenen Städte Gors hinausreicht: das Handelsrecht (Merchant Law), eine gemeinsame Rechtsvereinbarung zwischen den verschiedenen Händler-Kasten verschiedener Städte. Das Handelsrecht ermöglicht es, Handel auf Gor wesentlich einfacher zu betreiben. Die Bücher liefern keine umfassende Beschreibung aller Bestimmungen, obwohl einige genannt werden. Es deckt nicht alle Aspekte des Handels ab – es gibt Lücken, wobei Anstrengungen unternommen werden, diese zu schließen. Aspekte des Handelsrechts werden am häufigsten auf den Sardar-Messen entschieden, wenn Händler aus ganz Gor zusammenkommen.

Zur Verwaltung und Durchsetzung des Handelsrechts gibt es spezielle Handelsmagistrate. Diese gehören der Händler-Kaste an, nicht der Schreiber-Kaste, und sind von den übrigen Magistraten getrennt. Handelsmagistrate tragen weiße Roben mit Gold- und Purpurbesatz. Auch sie haben die Befugnis, bestimmte Rechtsentscheidungen ohne förmliche Verhandlung zu treffen.

Verfahren und Prozesse

Es gibt nur wenige Details über goreanische Gerichtsverfahren. Angeklagte in Strafverfahren werden recht hart behandelt. Gefangene beiderlei Geschlechts werden selten geschont – sie werden häufig nackt in ihren Zellen gehalten und ihnen wird selbst die Möglichkeit eines Bades verwehrt. Ob eine Kautionsregelung existiert, ist unbekannt.

Aus den wenigen Informationen in den Büchern scheint es, dass eine Person als unschuldig gilt, bis ihre Schuld bewiesen ist. Es scheint nicht so, dass der Angeklagte seine Unschuld beweisen muss, sondern dass der Staat seine Schuld nachweisen muss – dies ist jedoch nur Spekulation. Bestimmte Verbrechen werden als Felonies (schwere Vergehen) bezeichnet, weshalb es wahrscheinlich auch leichtere Vergehen gibt, obwohl der Unterschied nicht näher definiert wird.

Es gibt sowohl Magistratsanhörungen als auch Geschworenenverfahren. Die Bücher klären nicht, welche Verbrechen durch welche Methode behandelt werden. In den wenigen beschriebenen Magistratsanhörungen sind diese oft schnelle Angelegenheiten, die sich mit eindeutigen Fällen befassen. Es scheint auch keine Berufung gegen die Entscheidung der Magistrate zu geben, da die Strafe oft sofort nach der Entscheidung vollstreckt wird. Bekannt ist, dass ein Angeklagter Straffreiheit erlangen kann, wenn er bei der Verfolgung einer anderen Person behilflich ist.

Strafen

„Letztlich hängt Zivilisation von Macht ab, moralischer und physischer, von, sozusagen, dem Willen der Meister und der Wirklichkeit der Peitsche und des Schwertes." – Magicians of Gor, S. 124

Strafen für die Verletzung goreanischer Gesetze können äußerst hart sein. Die Todesstrafe ist bei einer Vielzahl von Vergehen üblich, und einige dieser Vergehen würden auf der Erde nicht als schwere Verbrechen angesehen. Verstümmelung, Versklavung und Verbannung sind weitere häufige Strafen. Bei besonders abscheulichen Vergehen kann dem Tod Folter vorausgehen. Es gibt auch geringere Strafen wie Geldstrafen.

Pfählung

Die Pfählung ist eine gängige Hinrichtungsmethode für freie Männer und Frauen. Männer werden gefesselt, Frauen hingegen werden in der Regel einfach auf den Speer gesetzt – es ist nicht nötig, sie zu fesseln, da sie den Speer nicht erreichen oder die Hebelwirkung aufbringen können, um sich zu befreien. Ein solches Schicksal bedeutet einen langsamen Tod, der den Menschen Zeit gibt, über ihre Verbrechen nachzudenken.

Sklaven werden üblicherweise nicht gepfählt – sie werden eher einem Sleen vorgeworfen. Es gibt jedoch Vergehen, bei denen auch Sklaven gepfählt werden.

Weitere Strafen

In den nördlichen Wäldern sind Hängen und Kniesehnen-Durchtrennung gängige Strafen. Bei der Kniesehnen-Durchtrennung werden die beiden großen Sehnen hinter jedem Knie durchtrennt. Die Beine können dann nicht mehr angezogen werden und werden im Grunde nutzlos – man kann nicht einmal mehr aufrecht stehen. Solche Personen enden häufig als erbärmliche Bettler, die sich mit Händen und Armen fortbewegen.

Der Rahmen der Demütigung ist eine einzigartige Strafe. Der Rahmen ist ein hohler Holzrahmen, an den ein Verurteilter gebunden wird. Er wird dann auf dem Vosk-Fluss ausgesetzt, und der Rahmen treibt auf dem Wasser. Die Person kann dann an Unterkühlung, Austrocknung sterben oder von Tharlarion oder anderen fleischfressenden Reptilien gefressen werden. Der Brauch verlangt, dass die Person auf dem Rahmen angespuckt wird, bevor sie ins Wasser gelassen wird.

Die Gesetze

„Vor dem Schwert gibt es kein Recht, kein Unrecht, nur Tatsachen – eine Welt dessen, was ist und was nicht ist, statt einer Welt dessen, was sein sollte und was nicht sein sollte. Es gibt keine Gerechtigkeit, bis das Schwert sie erschafft, begründet, garantiert, ihr Substanz und Bedeutung verleiht. [...] Zuerst das Schwert – dann die Regierung – dann das Gesetz – dann die Gerechtigkeit." – Tarnsman of Gor, S. 156

Grundlegende Stadtgesetze und Souveränität

  1. „Es gibt ein Sprichwort auf Gor, dass die Gesetze einer Stadt nicht weiter reichen als ihre Mauern." (Outlaw of Gor, S. 50) Dies ist eines der grundlegendsten Prinzipien goreanischen Rechts, eher eine Verallgemeinerung als ein Absolutum. Außerhalb der Stadtmauern gelten die Gesetze im Allgemeinen nicht mehr und die Stadt gewährt keinen Schutz. Doch es gibt Ausnahmen: Viele Städte beanspruchen Souveränität über das umliegende Land. Tarn-, Tharlarion- oder Infanteriepatrouillen überwachen die Grenzen eines beanspruchten Territoriums. Zudem gibt es Orte außerhalb einer Stadt, über die sie volle Rechtshoheit ausübt, etwa einen Bannerfeste (Banner Keep) – eine Händlerfeste, die einer bestimmten Stadt gehört und von deren Gesetzen regiert wird. Drittens existiert das Handelsrecht, das über die Stadtmauern hinaus den Handel schützt.
  2. Um unbeanspruchtes Land außerhalb einer Stadt zu beanspruchen, muss man morgens einen gelben Pflock der Anspruchserhebung in den Boden stecken. Man muss dann bei diesem Pflock warten und das Land bis zum Sonnenuntergang verteidigen. Danach gehört das Land einem und man darf dort seinen Heimstein setzen.
  3. Der Diebstahl eines Heimsteins gehört zu den abscheulichsten Verbrechen auf Gor. Dies ist angesichts der goreanischen Überzeugungen zur Bedeutung des Heimsteins nicht verwunderlich. Solch ein Diebstahl wird üblicherweise mit extremer Folter gefolgt vom Tod in siedendem Öl bestraft. Dennoch gilt der Diebstahl eines feindlichen Heimsteins als der größte aller Ruhme, der zeigt, dass der Dieb von den Priesterkönigen begünstigt wird.
  4. Eine Person kann getötet werden, wenn sie nicht steht, während sie von ihrem eigenen Heimstein spricht. Ob dies auf Gesetz, Kastencode oder einfach Brauch beruht, ist unklar.

Regierung und Bürgerschaft

  1. Nur Mitglieder der Hohen Kasten dürfen in den Hohen Rat einer Stadt gewählt werden. Jede der fünf Hohen Kasten wählt ihre eigenen Vertreter.
  2. Nur Mitglieder der Hohen Kasten dürfen einen Administrator wählen oder einen Ubar ernennen. Niedere Kasten besitzen kein Wahlrecht.
  3. Ob freie Frauen Mitglieder des Hohen Rates sein dürfen oder ob freie Frauen der Hohen Kasten wählen dürfen, ist unklar. Dies wird wahrscheinlich von Stadt zu Stadt entschieden. Es gibt eine Aussage, die zu implizieren scheint, dass Frauen nicht wählen dürfen: „Während es nur die Männer der hohen Kaste sind, die Mitglieder in den Rat der Stadt wählen, ..." (Assassin of Gor, S. 16). Ob „Männer" hier ausschließlich das männliche Geschlecht meint oder allgemein alle der Hohen Kasten, ist unklar. Da Frauen jedoch die höchste politische Position – die einer Herrscherin – einnehmen dürfen, wäre es unlogisch, ihnen eine niedrigere Position wie die Mitgliedschaft im Hohen Rat oder das Wahlrecht zu verwehren.
  4. Es ist illegal, eine Stadtkarte aus der Stadt herauszubringen. Es ist auch illegal für Nicht-Bürger, eine eigene Karte der Stadt anzufertigen. Dies dient als zusätzlicher Verteidigungsmechanismus.
  5. In den Hochstädten Gors sind alle Ahn eines Tages gleich lang. In anderen Städten wird der Tag in zehn Ahn am Tag und zehn in der Nacht unterteilt. Daher variiert die Länge jedes Ahns mit der Jahreszeit.
  6. Bürgerschaft ist ein Privileg, kein Recht, und man muss aktiv darum ansuchen sowie sie ein Leben lang verdienen. „Die Staatsbürgerschaft, oder ihre Beibehaltung, ist in manchen Städten an Dinge wie die Teilnahme an öffentlichen Zeremonien und zahlreichen öffentlichen Versammlungen geknüpft." (Dancer of Gor, S. 302–303)
  7. Bei Erreichen der intellektuellen Volljährigkeit muss man die Bürgerschaftszeremonie vollziehen. Die Einzelheiten variieren von Stadt zu Stadt – in manchen müssen andere Bürger (keine Blutsverwandten) für einen bürgen, in anderen wird man von einem Bürgerkomitee befragt. Der Treueeid kann das Berühren oder Küssen des Heimsteins, das Schwören von Eiden und das Teilen von Brot, Feuer und Salz umfassen. Anschließend können ein Lorbeerkranz und ein Mantel der Bürgerschaft verliehen werden.
  8. Die Nichtdurchführung der Bürgerschaftszeremonie innerhalb eines Jahres nach Erreichen der intellektuellen Volljährigkeit wird mit Verbannung aus der Stadt bestraft. „Die Begründung scheint zu sein, dass die Gemeinschaft ein Recht hat, von ihren Mitgliedern Treue zu erwarten." (Vagabonds of Gor, S. 303)
  9. Obwohl auf das Alter der intellektuellen Volljährigkeit Bezug genommen wird, wird kein bestimmtes Alter angegeben. Aus Indizien in den Büchern scheint es am wahrscheinlichsten fünfzehn Jahre zu sein.
  10. Man kann seine bestehende Bürgerschaft aufgeben und in einer anderen Stadt Bürgerschaft erwerben, sofern man von der anderen Stadt als Bürger akzeptiert wird.
  11. Einer der Vorteile der Bürgerschaft ist ein gewisser Schutz vor ausländischen Gläubigern.

Kastenrecht und Verstoßung

  1. Der Eid der Verstoßung ist Teil der Krieger-Kastencodes sowie der Riten einer Stadt. In dieser unwiderruflichen Zeremonie wird ein Familienmitglied verstoßen und verliert jede Verbindung zu seiner Familie sowie seine Kaste. Nach den Krieger-Kastencodes wird der Eid offenbar auf das Heft des Schwertes geschworen. Ein Ubar leistete den Eid auf dem Medaillon seiner Stadt.
  2. Jeder Bürger muss mindestens einmal vor seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr zu den Sardar-Bergen reisen. Die Wissenden-Kaste überwacht dies und lehrt, dass Unglück eine Stadt treffen wird, deren Jugend diese heilige Pflicht zu umgehen versucht. Manchmal bitten die Wissenden eine Person, die Reise zu einem bestimmten Zeitpunkt zu unternehmen. In manchen Städten und auf Inseln wie Teletus erhält die Familie eine goldenen Tarn-Scheibe, wenn man die Reise auf Wunsch der Wissenden unternimmt.
  3. „Ein Mann, der sich weigerte, seinen Lebensunterhalt auszuüben, oder der seinen Status ohne Zustimmung des Rates der Hohen Kasten zu ändern versuchte, war per Definition ein Gesetzloser und unterlag der Pfählung." (Tarnsman of Gor, S. 46) Geächtete verlieren jede Verbindung zu ihrem Heimstein und ihrer Kaste – ein schreckliches Schicksal. Sie müssen in der Wildnis leben und ums Überleben kämpfen.
  4. Jede Stadt bestimmt, welche Kasten und Unterkasten rechtlich anerkannt werden und welche als Hohe Kasten gelten. So kann es Städte geben, in denen die Händler-Kaste, normalerweise eine Niedere Kaste, als Hohe Kaste anerkannt ist.
  5. Es gibt ein Verbrechen des „Versuchs der Täuschung hinsichtlich der Kaste". Dies umfasst Handlungen wie Geschäftstätigkeit unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und die ausdrückliche Behauptung, einer anderen Kaste anzugehören. Solche Täuschungen treten am häufigsten auf, wenn Personen vorgeben, Ärzte zu sein. Dieses Verbrechen gilt nicht für alle Handlungen, die zum Haupttätigkeitsfeld einer Kaste gehören – so kann jeder einen Sklaven legal verkaufen, darf aber nicht behaupten, der Sklavenhändler-Kaste anzugehören, wenn er es nicht tut.
  6. Es ist rechtlich zulässig, seine Kaste zu wechseln, obwohl die meisten Goreaner dies nicht freiwillig tun würden. In einer Freien Gefährtenschaft kann die Frau die Kaste des Mannes annehmen, nicht jedoch umgekehrt. Ansonsten muss der Hohe Rat der Stadt dem Wechsel zustimmen, basierend auf den Qualifikationen für die neue Kaste und deren Bereitschaft, den Antragsteller aufzunehmen.
  7. Frauen der Ärzte-Kaste dürfen erst dann die volle Medizin praktizieren, wenn sie zwei Kinder geboren haben. In vielen Städten legen Frauen der Ärzte-Kaste mit fünfzehn Jahren zwei Armreifen am linken Handgelenk an. Für jedes geborene Kind wird einer entfernt.
  8. Die unbefugte Kopie eines Schlüssels durch einen Schlosser – üblicherweise Mitglied der Metallarbeiter-Kaste – ist ein Kapitalverbrechen.

Freie Gefährtenschaft

  1. Eine Freie Gefährtenschaft, die goreanische Form der Ehe, gilt für ein einzelnes Jahr. Wird sie nicht bis zur zwanzigsten Ahn des Jahrestages erneuert, löst sie sich automatisch auf.
  2. Eine Freie Gefährtenschaft löst sich vorzeitig auf, wenn einer der Partner versklavt wird oder stirbt. Die Bücher geben nicht an, ob der Vertrag vorzeitig durch Einvernehmen aufgelöst werden kann.
  3. Eine Frau ändert ihren Namen in einer Freien Gefährtenschaft nicht.
  4. Der Gens-Name ist der Clanname (abgeleitet aus dem Römischen). Die Gens kann nur über die männliche Linie weitergegeben werden. Frauen können ihre Gens in einer Freien Gefährtenschaft behalten, wenn es Teil ihres Vertrages ist, aber sie können die Gens niemals weitergeben.
  5. Eine Person darf nur einen Freien Gefährten gleichzeitig haben. In den äquatorialen Dschungeln dürfen Männer mehrere Gefährtinnen besitzen – so hatte Bila Huruma über zweihundert.
  6. Port Kar erkennt die Institution der Freien Gefährtenschaft nicht an. Freie Frauen in dieser Stadt sind einfach als die Frauen ihrer Männer bekannt.

Stadtrecht und Zugang

  1. Viele Städte haben mindestens ein Sonnentor, ein Haupttor, das nur von Morgengrauen bis Abenddämmerung geöffnet ist. Die meisten Städte haben ein spezielles Nachttor für den Ein- und Austritt bei Nacht.
  2. Wer ohne Erlaubnis eine Stadt betritt, wird mit Pfählung bestraft. „Auf den Mauern goreanischer Städte sind Pfähle oft mit den Überresten ungebetener Gäste geschmückt." (Outlaw of Gor, S. 49)
  3. Alle Geächteten ist der Zutritt zur Stadt verboten und sie unterliegen der Pfählung. Panthermädchen und Talunas gelten als Geächtete.
  4. Assassinen, die das Zeichen des schwarzen Dolches auf ihrer Stirn tragen, dürfen eine Stadt ungehindert betreten.
  5. Mitglieder der Kasten der Spieler, Dichter, Musiker und Sänger dürfen jede Stadt frei betreten.
  6. Herolde, die einen goldenen Strich an der linken Schläfe ihres Helms tragen, genießen Immunität vor Beeinträchtigung durch alle in einer Stadt – eine Form diplomatischer Immunität.
  7. Botschafter genießen dieselbe diplomatische Immunität wie Herolde.

Handel und Wirtschaft

  1. Patente (für Erfindungen) und Urheberrechte (für geschriebenes Material) gibt es in Städten, doch ihre Geltung reicht nur bis zur Stadtmauer. Das Handelsrecht war nicht erfolgreich darin, solche Schutzrechte auf breiterer Ebene einzuführen. Daher halten viele Handwerker ihre Formeln und Pläne in Chiffren.
  2. Die Fälschung eines offiziellen Stadtsiegels auf Handelsprodukten ist illegal.
  3. Jede Stadt besitzt üblicherweise einen Handelsfuß und -Stein zur Überprüfung persönlicher Messgeräte. Händler, die betrügerische Maße verwenden, werden bestraft.
  4. Für rechtliche und kommerzielle Zwecke wurden bestimmte Buchstaben standardisiert, darunter solche für Gewichte und Maße sowie das Kef.
  5. Schuldinstrumente können übertragen werden, üblicherweise zu einem reduzierten Betrag, und der Erwerber kann dann versuchen, den Nennwert einzutreiben. Kopfgeldjäger nutzen diese Möglichkeit häufig.
  6. Das Abschaben, Beschneiden oder Abschneiden von Metall von Münzen gilt als Diebstahl und Betrug, da es den Wert der Münze mindert.
  7. Wappen, Zeichen und Familienembleme können registriert und ihr Gebrauch rechtlich eingeschränkt werden.

Gesetze zu freien Frauen

  1. Roben der Verhüllung und Schleier können für freie Frauen gesetzlich vorgeschrieben sein oder auch nicht. In manchen Städten wie Ar und Ars Station ist es nur Brauch, in anderen tatsächlich Gesetz. In einigen Städten kann eine unverschleierte freie Frau von Wächtern in Gewahrsam genommen und zwangsweise verschleiert werden. Wiederholte Verstöße können sogar zur Versklavung führen.
  2. In Städten, in denen Roben und Schleier nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, gibt es andere Gesetze, die einschränken, wie viel nackte Haut eine freie Frau zeigen darf. Wird zu viel Haut gezeigt, droht der Frau Versklavung. „Wenn du wie eine Sklavin entkleidet werden willst, dann sei eine Sklavin, sagt man." (Dancer of Gor, S. 157)
  3. Die Gesichtsschleier-Entfernung (Face Stripping) – das gewaltsame Entfernen der Schleier einer freien Frau – ist ein schweres Verbrechen.
  4. In manchen Städten ist es ein Verbrechen, Lustseide mit der Haut einer freien Frau in Berührung zu bringen, da sie als zu aufreizend und sinnlich gilt.
  5. Freie Frauen dürfen selten, wenn überhaupt, Kaissa spielen. Es scheint auch nicht so, dass Frauen der Spieler-Kaste angehören dürfen.

Religion und Baurecht

  1. Das Tragen von Waffen in einen Tempel der Wissenden ist nicht verboten.
  2. Nicht-Wissenden dürfen den Sanktuarbereich eines Wissenden-Tempels nur betreten, wenn sie das Chrisam der vorübergehenden Erlaubnis erhalten haben.
  3. Insulae (Mietskasernen) dürfen in einer Stadt nicht höher als eine bestimmte Höhe gebaut werden, die von Stadt zu Stadt variiert.
  4. Der zentrale Abfallbehälter in allen Insulae muss per Gesetz stets abgedeckt bleiben.

Verschiedene Vergehen

  1. Jede Person, die beim Tragen oder Besitz einer Tunika aufgegriffen wird, die mit einer anderen Farbe gefüttert ist und umgewendet werden könnte, um die Identität zu ändern, unterliegt der Pfählung.
  2. Dar-Kosis ist eine gefürchtete und hochansteckende Krankheit ohne Heilung. Dar-Kosis gilt als heilig, und es wird als Ketzerei angesehen, das Blut Betroffener zu vergießen – obwohl sie gesteinigt werden dürfen. Es ist ebenfalls Ketzerei, eine Heilung zu suchen.
  3. „Diejenigen, die sich die Krankheit zuziehen, gelten per Gesetz als tot." (Assassin of Gor, S. 266) Eine Person, die Dar-Kosis bekommt, verliert all ihren Besitz, der dann testamentarisch oder nach den Intestatgesetzen vererbt wird.
  4. Diebstahl ist illegal und wird hart bestraft. In den meisten Städten wird ein erstes Vergehen mit einer Einkerbung am Ohr geahndet. Bei einer freien Frau, die eines zweiten Vergehens schuldig befunden wird, folgt Versklavung. Bei einem freien Mann wird ihm oft eine Hand entfernt. Für ein drittes Vergehen kann ein Mann die andere Hand verlieren, oder in manchen Rechtsprechungen die andere Hand und beide Füße.
  5. In Port Kar gibt es eine Diebes-Kaste, die einzige ihrer Art auf Gor. Diebstahl ist dort noch immer illegal, aber die Strafen unterscheiden sich. Es ist legal, einen männlichen Dieb zu töten oder eine weibliche Diebin zu versklaven, wenn der Dieb innerhalb eines Ahn nach dem Diebstahl gefasst wird. Nach Ablauf eines Ahn muss der Dieb der Arsenal-Polizei zur Anhörung übergeben werden. Ein schuldig befundener männlicher Dieb wird zu Zwangsarbeit verurteilt, eine weibliche Diebin zum Dienst in einem Strafbordell – jeweils für einen Zeitraum von einer Woche bis zu einem Jahr.
  6. Der Ritus der Messer ist eine Methode der Streitbeilegung – im Wesentlichen ein Kampf auf Leben und Tod anstelle eines Prozesses, möglicherweise nur mit Dolchen.
  7. Adoption wird auf Gor rechtlich praktiziert.
  8. Waldbrände gelten als schreckliche Katastrophen, und die Strafe für denjenigen, der ein solches Feuer verursacht, ist der Tod durch Verbrennen bei lebendigem Leib.
  9. Es ist illegal, die Bohnen für Schwarzen Wein aus dem Territorium von Thentis zu schmuggeln, da sie nur dort angebaut werden.
  10. Es ist das Recht aller Personen, frei oder versklavt, die Stabilisierungsseren zu erhalten – die goreanische Lebensverlängerungsbehandlung. Dies ist möglicherweise eines der wenigen Rechte, die ein Sklave besitzt.

Sklaverei

Grundlagen der Sklaverei

  1. Per Gesetz ist die Sklavenhändler-Kaste eine Unterkaste der Händler-Kaste, obwohl sie sich selbst oft als eigene Kaste betrachtet.
  2. Jede Person, männlich oder weiblich, kann versklavt werden. Obwohl Frauen häufiger versklavt werden, können auch Männer durch Gefangennahme oder Rechtsverfahren versklavt werden. Frauen werden etwa zehnmal häufiger versklavt als Männer.
  3. Es gibt auf Gor zwei grundlegende Rechtsstatus: frei und versklavt. Solange man nicht rechtlich im Besitz einer anderen Person ist, gilt man als technisch frei – selbst als Gefangener, Gefangener oder Geächteter.
  4. Nach dem Handelsrecht gilt eine Person als Gefangener und nicht als Sklave, solange sie nicht gebrandmarkt, mit einem Halsband versehen oder eine Geste der Unterwerfung vollzogen hat.
  5. Rechtlich gelten Sklaven als Eigentum, auf derselben Stufe wie Haustiere. Ihr Besitzer darf alles mit ihnen tun, ohne Konsequenzen – einschließlich Verstümmelung oder Tötung. Die Macht über den eigenen Sklaven ist absolut.
  6. Sklaven dürfen nichts besitzen. Selbst Güter, die sie benutzen, gehören ihnen nicht, sondern ihrem Besitzer. Auch Geschenke, die ein Sklave erhält, gehören dem Besitzer.
  7. Ein Sklave besitzt nicht einmal seinen eigenen Namen. Der Besitzer kann den Namen nach Belieben und so oft er möchte ändern. „Aus goreanischer Sicht ist eines der schrecklichsten Dinge an der Sklaverei, dass man seinen Namen verliert." (Outlaw of Gor, S. 197)
  8. Kein Mitglied der Spieler-, Musiker-, Dichter- oder Sänger-Kaste darf innerhalb der Stadtgrenzen versklavt werden. Sie können dennoch verhaftet, eingesperrt, gefoltert und hingerichtet werden – sie sind lediglich immun gegen Versklavung. „Es gibt ein Sprichwort, dass jener, der Musik macht, wie der Tarn und die Vosk-Möwe, frei sein muss." (Kajira of Gor, S. 298)

Gefangennahme und Eigentumsrechte

  1. Die Institution der Gefangennahme von Frauen wird von den meisten Städten anerkannt, vorausgesetzt, die gefangenen Frauen gehören einem Feind. Das Thema Gefangennahmerechte betrifft alle Formen von Eigentum, einschließlich Sklaven. Tatsächlicher Besitz wird vom Gesetz als entscheidend angesehen – Diebstahl und Gefangennahme verleihen bestimmte Rechte über das Eigentum.
  2. Ein Sklave muss jedem, der ihn besitzt, vollständig dienen – selbst einem Dieb oder Entführer. Versucht der Sklave, vor seinem Dieb oder Entführer zu fliehen, gilt er als Ausreißer. Freie Frauen dürfen einem Entführer entkommen, solange sie noch nicht versklavt wurden.
  3. Wenn ein verlorener, gestohlener oder entlaufener Sklave von einer anderen Person aufgenommen wird, hat der ursprüngliche Eigentümer nur eine Woche Zeit, sein Eigentum zurückzugewinnen, bevor der Rechtstitel auf den neuen Besitzer übergeht. Dies bezieht sich wahrscheinlich auf eine goreanische Woche, die nur fünf Tage umfasst.
  4. Eine Person, die einen gestohlenen Sklaven in Besitz hat, wird möglicherweise nicht verurteilt, wenn sie wirklich nicht wusste, dass der Sklave gestohlen war.

Wege in die Sklaverei

  1. Wenn eine gefangene freie Frau sich ihrem Entführer unterwirft, wird sie seine Sklavin. „Es war im Rahmen seiner Gefangennahmerechte, dass sie, als freie Frau, aus freiem Willen eine Formel der Versklavung über sich aussprach." (Players of Gor, S. 21) Das Gesetz ist in diesem Punkt eindeutig.
  2. Eine freie Frau, die sich einem bestimmten Mann unterwirft, ohne dass eine Gefangennahme vorliegt, wird je nach Stadtrecht möglicherweise Sklavin. In manchen Städten ist eine solche Unterwerfung an einen bestimmten Mann nicht rechtlich anerkannt – die Frau macht sich bedingungslos zur Sklavin, und es liegt dann am Mann, ob er sie als Sklavin annimmt. (Players of Gor, S. 21)
  3. In anderen Städten – und in den meisten – darf eine freie Frau sich rechtlich als Sklavin einem bestimmten Mann unterwerfen. Lehnt er sie ab, bleibt sie frei. Nimmt er sie an, ist sie unwiderruflich Sklavin, und er darf mit ihr tun, was er will – sie sogar verkaufen, verschenken oder töten. (Players of Gor, S. 21)
  4. In manchen Städten bewirkt eine freie Frau, die vor einem Mann kniet oder ihn als Meister anspricht, ihre rechtliche Versklavung, da solche Handlungen als Gesten der Unterwerfung gelten.
  5. Eine freie Frau kann sich selbst in die Sklaverei verkaufen. Sobald der Verkauf abgeschlossen ist, kann die Frau ihn nicht mehr widerrufen.
  6. „Und doch war es nichts Ungewöhnliches, besonders nicht auf Gor, wo Tapferkeit hoch geschätzt wird und das Retten des Lebens einer Frau praktisch bedeutet, einen Anspruch darauf zu erwerben, denn es ist das Vorrecht eines goreanischen Mannes, jede Frau zu versklaven, deren Leben er gerettet hat." (Priest-Kings of Gor, S. 161) Ob dies in Stadtrecht kodifiziert ist oder nur als Brauch existiert, ist unklar.
  7. Eine freie Frau kann eine Form des begrenzten Selbstvertrags eingehen, bei dem sie für einen bestimmten Zeitraum – üblicherweise von einer Nacht bis zu einem Jahr – rechtlich zur Sklavin wird. Sie kann diesen Vertrag nicht vorzeitig beenden. Diese vertragliche Regelung wirft zahlreiche Rechtsfragen auf, die in den Büchern nicht beantwortet werden.

Rechtliche Folgen der Versklavung

  1. Nach dem Gesetz von Tharna ist ein Kind, das von einem freien Menschen mit einer anderen freien Person gezeugt wurde, frei, selbst wenn es später von einer Sklavin ausgetragen und geboren wird. Daher wurden Sklavinnen oft vorübergehend zum Zwecke der Empfängnis freigelassen und anschließend wieder versklavt.
  2. „Der Kragen tilgte per goreanischem Gesetz die Vergangenheit." – Wenn eine Person versklavt wird, beginnt sie ein neues Leben als Sklave und kann nicht für Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden, die während ihrer Freiheit begangen wurden.
  3. Der Besitz einer Person, die versklavt wird, geht auf den nächsten männlichen Verwandten über oder, falls keiner existiert, auf den nächsten Verwandten, die Stadt oder einen Vormund. Selbst wenn der Sklave später befreit wird, kann sein Besitz niemals wiederhergestellt werden.
  4. Ein Kind, das von einer Sklavin geboren wird, wird Sklave und gehört dem Besitzer der Mutter. Entscheidend ist der Status der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt, nicht der Empfängnis.
  5. Nach dem Handelsrecht gibt es drei standardmäßige Brandmarkungsstellen: am linken Oberschenkel, rechten Oberschenkel und linken Unterbauch. Sklaven können jedoch an jeder Körperstelle gebrandmarkt werden.

Sklavenhandel

  1. Es ist illegal, einen Sklaven, der einem nicht gehört, ohne Erlaubnis des Eigentümers zu verkaufen. Die Strafe variiert nach Geschlecht des Verkäufers: Für einen Mann Verbannung, für eine Frau Versklavung.
  2. Es ist illegal, einen ungebrandmarkten Sklaven in einem öffentlichen Verkauf anzubieten.
  3. Es ist illegal, eine Sklavin als rothaarig zu verkaufen, wenn sie es nicht wirklich ist.
  4. Die Fälschung oder Verfälschung von Abstammungspapieren eines Sklaven ist ein schweres Verbrechen. Solche Papiere können Informationen über Brandzeichenart, verschiedene Maße, Ausbildungsarten, Verkaufsvermerke und eine Anmerkungssektion enthalten.
  5. In bestimmten Städten kann eine Bescheinigung über den Grad der Leidenschaft einer Sklavin ausgestellt werden, der in den Verkaufsdokumenten vermerkt wird.

Vergehen und Strafen für Sklaven

  1. Ein Sklave muss unter Androhung von Folter und Pfählung jede Behandlung erdulden, die ein freier Mensch ihm zufügen will.
  2. Jeder freie Mensch darf einen unverschämten oder fehlerhaften Sklaven disziplinieren. Wird der Sklave dabei getötet oder verletzt, muss der Freie nur Entschädigung an den Besitzer zahlen – und auch nur, wenn dieser sie verlangt. Dies gibt allerdings kein Recht, den Sklaven eines anderen zu verletzen oder zu töten, sondern legt lediglich die Strafe für einen solchen Verstoß fest.
  3. Wenn ein Sklave eine freie Person schlägt, ist die Strafe üblicherweise Tod durch Pfählung, dem langwierige Folter vorausgeht.
  4. Es ist ein Kapitalverbrechen für einen Sklaven, eine Waffe zu führen. Die Definition dessen, was als Waffe gilt, ist unklar – Sklaven dürfen Rasiermesser und Messer für Haushaltsarbeiten benutzen, aber der Versuch, sie als Waffen zu verwenden, wäre strafbar.
  5. Es ist ein Kapitalverbrechen für einen Sklaven, eine Kastenzugehörigkeit zu beanspruchen.
  6. Es ist ein Kapitalverbrechen für eine weibliche Sklavin, das Gewand einer freien Frau zu tragen.
  7. Es ist illegal für Sklaven, Schleier zu tragen.
  8. Ein männlicher Sklave kann getötet werden, wenn er ohne Erlaubnis eine freie Frau oder eine weibliche Sklavin berührt.
  9. Wenn ein Sklave es versäumt, in Gegenwart einer freien Person zu knien, kann dies ein Kapitalverbrechen sein – besonders bei vorsätzlicher Unterlassung, wobei der Sklave zu Tode gefoltert werden kann.
  10. Sklaven dürfen kein Geld berühren oder handhaben. Dies gilt nicht in allen Städten – in Ar beispielsweise erhielt der prominente Sklave Milo Taschengeld.
  11. In Gerichtsverfahren kann die Aussage von Sklaven durch Folter erzwungen werden, nach Ermessen der Gerichte.
  12. Für einen Sklaven ist die Flucht vor seinem Besitzer ein schweres Vergehen. Für das erste Vergehen ist die Strafe üblicherweise eine schwere Züchtigung. Es gibt nur diese eine Chance – die Strafe für ein zweites Vergehen ist gewöhnlich die Kniesehnen-Durchtrennung.
  13. Sklaven ist es nicht gestattet, die Stadttore ohne Begleitung einer freien Person zu passieren.
  14. Sklaven dürfen sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht auf den Stadtstraßen aufhalten.
  15. Sklaven ist der Zutritt zu Tempeln nicht gestattet, da man glaubt, sie würden ihn entweihen.
  16. Es ist illegal für Sklaven, Kaissa zu spielen. Es gilt als Beleidigung freier Menschen – nicht nur, dass ein Sklave spielt, sondern auch, dass er die Spielsteine berührt. Einem Sklaven könnten die Hände abgehackt werden, oder er könnte getötet werden, wenn er ohne Erlaubnis Kaissa-Steine berührt.
  17. Das Verbrechen der falschen Unterwerfung ist ein Kapitalverbrechen. Es gilt als leicht zu erkennen, durch unfehlbare physiologische Zeichen.
  18. Weibliche Sklaven müssen innerhalb der Stadtgrenzen ein sichtbares Zeichen ihrer Sklaverei tragen. Männliche Sklaven sind gewöhnlich davon befreit, da es als nachteilig erachtet wird, wenn männliche Sklaven ihre tatsächliche Anzahl erkennen – es gibt Sorgen vor Sklavenaufständen.
  19. Sklaven dürfen nichts bauen. Dieses Recht ist ausschließlich freien Menschen vorbehalten. Port Kar ist die einzige Ausnahme, da es die einzige Stadt ist, die von Sklaven erbaut wurde.
  20. Es ist illegal für Sklaven, Rechtsdokumente zu berühren oder zu handhaben.
  21. Sklaven dürfen freie Menschen nicht unterrichten. Durch das Unterrichten wird jemand in die Schuld des Lehrenden gestellt, und einem Sklaven kann nichts geschuldet werden.
  22. Ein Sklave darf eine freie Frau nicht auslachen und kann für eine solche Handlung ausgepeitscht werden.
  23. Die unbefugte Vergwaltigung von Sklavinnen (ohne Erlaubnis des Meisters) ist offiziell verpönt und in manchen Städten illegal, wird aber häufig ignoriert. Solche Handlungen sind in Bauerndörfern nicht ungewöhnlich. Manchmal werden solche Handlungen sogar gefördert. Dies geschieht möglicherweise, um die natürlichen Aggressionen männlicher Jugendlicher zu zügeln, die andernfalls zu destruktivem Verhalten führen könnten. Es kann auch ein Mittel sein, um die Entwicklung zur Männlichkeit zu fördern und freie Frauen vor deren Annäherungsversuchen zu schützen. Sklavenbesitzer, die sich wirklich Sorgen machen, sollten ihre Sklaven drinnen halten oder ihnen Eisengürtel anlegen.
  24. Sklaven dürfen nicht auf Stühlen sitzen und können für solch ein Vergehen ausgepeitscht oder getötet werden.
  25. Freigelassene Sklaven benötigen ausdrückliche Freilassungsurkunden, andernfalls können sie ohne Konsequenzen erneut versklavt werden. Sklaven, die gebrandmarkt oder deren Ohren durchbohrt wurden und die später freigelassen werden, sollten ihre Papiere stets bei sich tragen.

Verschiedenes

  1. In Tharna, vor der Revolution, wurde jeder Nicht-Bürger, der sich länger als zehn Ahn in der Stadt aufhielt, versklavt. Keine Warnung vor diesem Gesetz wurde erteilt, und Unwissenheit war keine Verteidigung.
  2. In Tharna, nach der Revolution, muss jede freie Frau, die als Nicht-Bürgerin die Stadt betritt, vorübergehend Sklavenhalsbänder, Sklaventuniken und Leinen tragen, solange sie in der Stadt bleibt.
  3. In Port Kar gilt: Wenn man einen Mann im fairen Kampf besiegt und ihm dann den Tod des Blutes und der See gewährt, gehen alle seine Besitztümer an den Sieger über. Im Wesentlichen erlaubt man dem Besiegten, Thassa zu sehen, bevor er stirbt. So erwarb Tarl Cabot sein anfängliches Vermögen, als er in Port Kar ankam.
  4. Port Kar besitzt mehrere Reservate in den nördlichen Wäldern, um Anspruch auf deren Holz erheben zu können. Illegales Fällen oder illegale Beweidung wird bestraft.
  5. In der Hafenstadt Schendi wird manchmal ein Krummsäbel der Disziplin verwendet, um die Füße eines Sklaven abzutrennen, die in einem Knöchelgestell eingeschlossen sind.
  6. In der Stadt Tor wird Diebstahl sehr streng bestraft. Bei einem ersten Vergehen wird einem männlichen Dieb die rechte Hand abgetrennt, während eine weibliche Diebin versklavt wird.
  7. In der Tahari-Region ist die Zerstörung einer Wasserquelle ein schreckliches Vergehen – wahrscheinlich das abscheulichste Verbrechen in dieser Gegend.
  8. In Torvaldsland kann man, wenn man jemanden tötet, mit einem Wergeld belegt werden – einem Preis, der als Entschädigung für den Tod gezahlt werden muss. Die Höhe wird im Allgemeinen von der Familie des Opfers festgesetzt.
  9. In Torvaldsland gibt es eine Wahrheitsprobe: Ein Mann muss zwei rotglühende Metallstangen halten und sie eine Strecke von zwanzig Fuß tragen. Das Buch erklärt nicht, was genau bestimmt, ob er ehrlich ist – ob es lediglich die Bewältigung der Aufgabe ist oder ob die Hände daraufhin untersucht werden, ob die Person verbrannt ist oder nicht.
  10. In den äquatorialen Regionen unter der Hegemonie von Bila Huruma werden Gebiete des Ushindi-Sees zur Bestrafung von Verbrechern genutzt. In Gebieten, in denen viele Tharlarion bekannt sind, wurden hohe Pfähle ohne Plattformen im Wasser aufgestellt. Verbrecher werden auf diese Pfähle gesetzt, um sich für eine bestimmte Zeit daran festzuklammern – können sie sich nicht halten, fallen sie den Tharlarion zum Opfer.

Abschließende Hinweise

Das goreanische Rechtssystem ist ein komplexes Geflecht aus Stadtrecht, Handelsrecht und Kastenregeln. Es spiegelt die grundlegende goreanische Philosophie wider, dass Recht und Ordnung letztlich auf Macht beruhen – auf dem Willen der Herrschenden und der Fähigkeit, Gesetze durchzusetzen. Viele der hier aufgeführten Gesetze mögen für irdische Maßstäbe hart oder ungewöhnlich erscheinen, doch sie sind fest in der goreanischen Kultur und ihren Wertvorstellungen verankert.

Weitere verwandte Themen werden unter anderem in den Schriftrollen über die Grundlagen Gors, über Sklaverei sowie über das Kastensystem behandelt.